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Freiberger Herz schlägt für die Kunst

Theater Bundesweiter Aktionstag setzt auch in der Silberstadt Zeichen

Freiberg. 

Freiberg. Ein großes, pulsierendes Herz wird per Lichttechnik auf die Front des Stadttheaters in Freiberg geworfen. Punkt 17 Uhr am Montag dieser Woche fängt es an zu schlagen. Danach erscheinen Aufnahmen der Mittelsächsischen Philharmonie aus ihrem zweiten Sinfoniekonzert der Saison. Haydn erklingt. Schließlich öffnen sich fünf Fenster und Schauspieler beginnen, aus ihnen heraus Texte ihres Stücks "Träume" zu deklamieren.

All das dauert nur wenige Minuten. Dann schließen sich die Fenster wieder, das Herz erscheint abermals und schlägt, kraftvoll und gleichmäßig, bevor sich der ganze Vorgang für den Rest einer Stunde immer neu wiederholt. Mit dieser Performance aus Licht, Musik und Sprache nahm das Mittelsächsische Theater an einem bundesweiten Aktionstag teil, den der Deutsche Bühnenverein initiiert hatte. "Wir werden in diesem Moment mit vielen Theatern in der ganzen Republik vereint sein", sagte vorab der Intendant der Bühnen Ralf-Peter Schulze. Ausdrücklich handele es sich hierbei nicht um eine politische Demonstration, stellte auch der Musikdramaturg des Hauses, Christoph Nieder, klar. "Ziel ist nicht der politische Protest gegen den Lockdown", sagte er.

Ganz im Gegenteil sei man sogar davon überzeugt, dass Maßnahmen im Sinne der Gesundheit der Menschen dringend erforderlich seien. Doch wolle man ein Zeichen setzen, zeigen, dass das Theater, die Oper, die Orchester noch leben. Das wolle man tun ganz ohne Eitelkeit, Selbstmitleid oder Selbstbezüglichkeit. Vorab war darüber auch nicht informiert worden, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Einige Passanten blieben dennoch stehen und bestaunten die Inszenierung, welche einmal mehr demonstrierte, welche Möglichkeiten Kunst und Kultur bieten und wie sehr diese nun fehlen.