Freiberger Werkstätten öffnen ihre Türen

Jubiläum soziale Einrichtung feiert ihren 20. Geburtstag

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In den Freiberger Werkstätten fertigen Ingo Thiele (l.) und Enrico Seifert Einzelteile für Steckdosen. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Der vergangene Dienstag war ein besonderer Tag für die Freiberger Werkstätten "Friedrich von Bodelschwingh" an der Hainichener Straße. Die Einrichtung des Diakonischen Werks Freiberg beging nämlich ihren 20. Geburtstag. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um zu gratulieren. Der Anlass wurde zudem genutzt, um bei einem Tag der offenen Tür sich allen Interessierten vorzustellen.

Ein Haus mit Gescichte

Hervorgegangen sind die Werkstätten aus dem Kretzschmarstift, dessen Gebäude mittlerweile zum "Haus Lichtblick" umgebaut wurde. Die "Werkstatt für Behinderte" ging 1995 in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes über und 1997 wurde auf dem Gelände die erste Werkhalle fertiggestellt. 2010 folgte eine weitere. Waren es in der Anfangszeit noch 128 Menschen mit Behinderung, welche hier lernten und arbeiteten, sind es heute 288 in der Berufsausbildung oder im Arbeitsbereich.

Dabei handelt es sich nicht nur um Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Seit 1999 sind auch chronisch psychisch Kranke und seelisch Behinderte hier tätig. In der einen Werkhalle werden Metallwerkstoffe bearbeitet, in der anderen Holz. Doch gibt es in den Werkstätten auch eine Druckerei, welche Broschüren für Kirchgemeinden herstellt, Flyer, Bücher oder die Zeitschrift "Geborgenheit" der Seniorenheime Freiberg.

Es gibt noch viel mehr zu tun

Damit hört es noch lange nicht auf. Denn mit den Abteilungen Montage/Verpackung, Leuchtenbau, Demontage und Recycling, Garten - und Landschaftspflege, Lager und Logistik ist das Angebot der Werkstätten für behinderte Menschen breit aufgestellt. "Außerdem haben wir noch ein Kreativwerkstatt", erzählt Werkstattleiterin Anja Zeiß. "Aber gerade diese Angebote sind noch etwas unbekannt."

Was kaum zu verstehen ist, denn mit viel Geschick und noch mehr Ideen werden hier hübsche Geschenkartikel gefertigt. Das "Lichtenberger Taufkreuz" etwa, gemeinsam mit der Lichtenberger Kirchgemeinde erdacht. Oder Tischdekorationen, kleine Möbel aus Holzkisten, und Kerzen in allen denkbaren Formen und Farben. Auch Sonderwünsche werden entgegen genommen. Zahlreiche Unternehmen geben Aufträge an die Werkstätten, wissend um die gute Arbeit, die hier geleistet wird.