Freistaat hat Vorreiterrolle

Flüchtlingskrise Leitfaden für die gesundheitlichen Versorgung

Sachsen hat Ende des vergangenen Jahres eine Interpretationshilfe zu Fragen der gesundheitlichen Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erarbeitet - als erstes Bundesland überhaupt. Dies erfolgte gemeinsam mit der Sächsischen Landesärztekammer, den zuständigen Staatsministerien, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, den Kostenträgern des Freistaates Sachsen, der Krankenhausgesellschaft und der Landesdirektion Sachsen. "Wir sichern damit eine gute und angemessene medizinische Betreuung der Flüchtlinge und Asylbewerber in Sachsen. Der Kriterienkatalog ist eine wichtige Hilfe für alle an der medizinischen Versorgung Beteiligten. Er schafft Sicherheit und ist die konsequente Fortschreibung der Einrichtung der Flüchtlingsambulanzen. Der Katalog ist Basis für Mediziner und Leistungsbehörden", erklärte dazu Staatsministerin Barbara Klepsch.

Asylbewerber und Flüchtlinge haben in den ersten 15 Monaten nur eingeschränkten Anspruch auf medizinische Leistungen. Im Asylbewerberleistungsgesetz ist die Unterstützung im Bereich der Schmerz- und Akutbehandlung geregelt. In der Praxis führte dies immer wieder zu Unklarheiten, welche Leistungen durch Ärzte erbracht werden können. Viele Einzelfälle mussten erst aufwändig abgestimmt werden. Mit der Interpretationshilfe haben nun alle Beteiligten einen Leitfaden an der Hand, um Entscheidungen medizinisch korrekt, sachlich und vor allem schneller treffen zu können.