Freiwillig ins Gefängnis gehen

Projekt Verein übernimmt in der Justizvollzugsanstalt ehrenamtliche Aufgaben

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Die ehrenamtliche Arbeit in der Justizvollzugsanstalt Waldheim ist eine besondere Aufgabe. Foto: C. M. Brinkmann

Waldheim. Beim Thema Ehrenamt steht meist das Engagement in der Jugend- und Sozialarbeit oder die Arbeit in Vereinen im Vordergrund. Doch auch im Justizvollzug übernehmen Ehrenamtliche eine bedeutende Rolle.

Die Freiwilligen unterstützen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen die Bediensteten der sächsischen Justizvollzugsanstalten. Auch die Justizvollzugsanstalt Waldheim bietet für Interessierte die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit.

In den vergangenen Jahren hat die Einrichtung gute Erfahrungen mit dem bürgerlichen Engagement gemacht. Derzeit sind im Justizvollzug Waldheim etwa 70 Personen ehrenamtlich in verschiedenen Gebieten tätig. So werden zum Beispiel Gesprächskreise für Häftlinge oder ein Kunstprojekt von freiwilligen Mitarbeitern betreut.

Zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft

Ein Verein, der die Freiwilligenarbeit in der JVA Waldheim organisiert, ist der "Wer nicht wagt... e.V.". Die Mitglieder begleitet in ihrer Arbeit Gefangene während deren Strafe. Die Ehrenamtlichen leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Viele Sträflinge sitzen mehrere Jahre im Gefängnis und haben nach der Entlassung keine Angehörigen. Sie brauchen Hilfe und Begleitung von Menschen außerhalb des Strafvollzugs. Wer sich für ein Ehrenamt in der JVA interessiert sollte älter als 21 Jahre und noch nicht vorbestraft sein.

Außerdem sind Belastbarkeit, Geduld und Toleranz wichtige Voraussetzungen für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Justizvollzug. Eine Beratung zur Möglichkeit der ehrenamtlichen Mitarbeit bietet auch die JVA Waldheim an. Außerdem stellt das sächsische Justizministerium auf seiner Website eine Broschüre mit wichtigen Informationen zur Verfügung.