Frischer Wind für Mittweidaer Orgel

Musik Instrument in der Stadtkirche wird aufwendig gereinigt und saniert

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Professor Christian Schulz zwischen einigen der ausgebauten Orgel-Pfeifen in der evangelisch-lutherischen Kirche "Unser lieben Frauen" von Mittweida. Foto: Uwe Schönberner

Mittweida. Stolze 5.115 Pfeifen und 72 Manuale besitzt die größte Orgel, die es im Landkreis Mittelsachsen überhaupt gibt. Im Freistaat Sachsen ist sie die siebtgrößte Orgel: die Ladegast-Jehmlich-Orgel in der evangelisch-lutherischen Kirche "Unser lieben Frauen" in Mittweida. "Diese Pfeifen sind nun in die Jahre gekommen, klingen deshalb nicht mehr so, wie sie müssten", sagte Professor Christian Schulz, Vorsitzender des Orgelvereins Mittweida, und Mitinitiator dieser aufwendigen Orgel-Sanierung.

Auch der Raum wurden erneuert

Doch nicht nur die vielen Pfeifen sind in die Jahre gekommen: Bei dieser Generalsanierung wird deshalb auch der gesamte Orgelraum saniert. In den 1930er Jahren als die Ladegast-Orgel durch die Orgelbaufirma Jehmlich technisch erneuert wurde, musste scheinbar auch gespart werden. Deshalb sind anstelle von Akustik-Wänden überall Verkleidungen aus Hartfaser angebracht worden. Auch die Rückwand aus Brettern ist akustisch nicht tragbar. "Hier werden massive Wände eingezogen", sagte Schulz.

Arbeiten laufen bereits eine Weile

Bereits im Juni 2017 startete planmäßig die Generalsanierung der Orgel. Mit der Restaurierung wurde die erfahrene Firma Eule aus Bautzen beauftragt. Nach der Begasung des Spieltisches zur Holzwurmbekämpfung wurden ab Dezember 2017 die Pfeifen ausgebaut. Die letzte größere Orgelsanierung hat es 1973 gegeben. Damals wurden 18.000 Mark aufgewendet. Seitdem wurden aber immer wieder Reparaturen/Ergänzungen durchgeführt.

So erhielt diese Orgel als erste auf der Welt einen elektronischen Bypass. Dieses innovative System der Hochschule wurde inzwischen bereits in mehrere andere Orgeln eingebaut. Diesmal werden rund 150.000 Euro in die Arbeiten investiert. Durch die quasi fehlende Rückwand im Orgelraum sind bisher vor allem die Basstöne stark abgeschwächt worden. "Nach der Sanierung wird die Orgel deshalb wesentlich voller klingen", ist Schulz überzeugt.

Bis zur geplanten Orgel-Wiedereinweihung im November 2018 wird unter aktiver Mitwirkung der Hochschule die Akustik messtechnisch optimiert, um den bestmöglichen Klang hörbar zu machen.