Frühling in Mittelsachsen: Schutzzäune retten tausende Amphibien vor dem Straßentod

Mit steigenden Temperaturen beginnt die Amphibienwanderung – Naturschützer, Behörden, Vereine und Ehrenamtliche sind im Einsatz

Mittelsachsen

Der Frühling steht vor der Tür – und mit ihm beginnt eine der wichtigsten Zeiten für unsere heimischen Amphibien. Sobald die Nachttemperaturen über fünf Grad steigen und Regen einsetzt, machen sich Frösche, Kröten und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern.

Damit sie sicher ankommen, wurden gestern im Landkreis Mittelsachsen wieder mobile Schutzzäune aufgebaut. Organisiert wird die Aktion von der unteren Naturschutzbehörde (uNB). Unterstützt wird sie von Straßenmeistereien, Städten und Gemeinden sowie vielen engagierten Ehrenamtlichen, darunter die Naturschutzstation Weiditz, der NABU KV Freiberg, der LPV Mulde/Flöha und der NABU Regionalverband Erzgebirge.

30 Gefahrenstellen im Landkreis

Insgesamt gibt es im Landkreis 30 sogenannte Konfliktpunkte – Straßenabschnitte, an denen besonders viele Amphibien unterwegs sind.

Im Jahr 2025 konnten hier 20.075 Tiere gerettet werden. Zum Vergleich:

  • 2023 waren es 10.825 Tiere
  • 2024 wurden 9.882 Tiere gezählt

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen beobachten Naturschützer einen Rückgang – vor allem bei den Molchen. Der Grund: anhaltende Trockenheit. Viele Laichgewässer trocknen aus, Lebensräume gehen verloren.

So funktioniert der Schutz

Entlang der Straßen werden mobile Leiteinrichtungen aufgebaut. Die Tiere laufen an den Zäunen entlang und fallen in eingegrabene Fangeimer.

Wichtig für alle Bürgerinnen und Bürger: Bitte lassen Sie die Amphibien in den Eimern.

Ehrenamtliche Helfer kontrollieren die Eimer täglich zweimal. Die Tiere werden bestimmt, gezählt und anschließend sicher über die Straße gebracht. So wird der Tierschutz gewährleistet und gleichzeitig wertvolle Daten über Bestände und Arten gesammelt.

Wetter entscheidet über Dauer der Aktion

In den vergangenen Jahren standen die Zäune durchschnittlich sieben Wochen. Das lag am Wetter: War es zu kalt oder zu trocken, verzögerte sich die Wanderung.

Wie lange die Schutzzäune in diesem Jahr bleiben, hängt wieder vom Frühling ab – von Regen, milden Nächten und dem richtigen Moment für die Natur.

Artenschutz braucht viele Hände

Die Aktion wird vom Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Doch ohne das Engagement der vielen freiwilligen Helfer wäre dieser Einsatz nicht möglich.

Wer im Frühling abends an einer der betroffenen Straßen unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam fahren. Hinter jedem kleinen Schatten am Straßenrand könnte ein Tier stehen, das gerade um sein Überleben kämpft.

Der Frühling ist eine Zeit des Neubeginns – auch für unsere Amphibien. Mit jedem geretteten Tier wächst die Hoffnung, dass Frosch, Kröte und Molch auch in Zukunft zu unserer Heimat gehören.

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