Führungen durch den Rathauskeller

Historie Anzüchte und Verliese

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Eine der Anzüchte in den Gewölben des Freiberger Rathauses. Foto: Wieland Josch/Archiv

Freiberg. Manch übelwollender Mensch munkelt ja heute noch davon, dass sich in den Kellergewölben des Freiberger Rathauses ein Verlies befindet, in dem schon in der Vergangenheit missliebige Bürger ein vorübergehendes oder endgültiges Unterkommen fanden, und dass vielleicht ja heute noch?

Nun, davon ist wohl weniger auszugehen. Spannend ist ein Besuch des Rathauskellers aber allemal und deshalb sollte man die Gelegenheit während des Frühlingsfestes nutzen, denn um 15 und 16 Uhr beginnen Führungen an der Rathaustreppe.

Unter Tage gibt es viel zu entdecken

Neben manch schaurigem Kellergewölbe ist noch allerhand mehr zu entdecken. Vor allem die Anzüchte sind hochinteressant. Beim Bau des Rathauses im 15. Jahrhundert sind sie wahrscheinlich mit angelegt worden, um eine Entwässerung zu gewährleisten. Einige von ihnen sammelten das an der marktseitigen Kellerwand abrinnende Wasser und leiteten es in die Hauptanzucht Kesselgasse fort.

Zu Zeiten des Bergbaus wurden über diese Hauptanzucht auch Fäkalien oder Gerbereiabwässer in die Gruben geleitet, was zu Protesten der Bergleute führte, die den Gestank nicht aushielten. Daraufhin baute man im 19. Jahrhundert eine Überbrückung, welche für die Ableitung in den Münzbach sorgte.

Zu viel sei an dieser Stelle doch nicht erzählt. Unterhaltsamer ist es, an einer der beiden Führungen am Tag des Frühlingsfestes teilzunehmen.