Ganztagsangebote sollen weiter ausgebaut werden

Bertelsmann-Studie Sachsen mit bundesweiten Spitzenplatz

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Foto: FatCamera/Getty Images

Dreaden. Sachsen will die Qualität der Ganztagsangebote weiter ausbauen. Dafür soll die Förderung künftig nochmals optimiert werden. In enger Zusammenarbeit mit der TU Dresden wurde im Kultusministerium ein Qualitätsraster mit spezifischen Indikatoren und überprüfbaren Kriterien zur Entwicklung guter Ganztagsangebote erarbeitet, das derzeit im Rahmen eines Modellversuches mit 20 Schulen einer Evaluation unterzogen wird. Zudem werden mit dem neuen Schulgesetz Ganztagsangebote ab dem 1. August 2018 für alle allgemeinbildenden Schulen grundsätzlich verpflichtend. Daneben wird die Verantwortung des Freistaates bei der Mitfinanzierung festgeschrieben. Bereits jetzt bieten im Freistaat mit fast 1.300 Schulen nahezu alle allgemeinbildenden Schulen Ganztagsangebote an.

25 Millionen Euro pro Jahr für Ganztagsangebote

Bewährt hat sich dabei in Sachsen, dass die Schulen Art und Umfang ihrer Ganztagsangebote eigenständig und mit Partnern vor Ort, wie zum Beispiel Verbänden, Kultur-, Sport- und Jugendvereinen, bedarfsgerecht und schülerorientiert umsetzen. "Ganztagsangebote sind ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Bildungssystem. Die Angebote der Schulen sind vielfältig und reichen von der Förderung von leistungsschwachen und leistungsstarken Schülern bis hin zu Arbeitsgemeinschaften, in denen Talente und Fähigkeiten der Schüler gefördert werden", sagte Kultus-Staatssekretär Dr. Frank Pfeil. Sachsen fördert die Ganztagsangebote derzeit mit über 25 Millionen Euro pro Jahr. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann - Stiftung müssten bis zum Schuljahr 2030/2031 bundesweit jährlich zwischen 300.000 und 370.000 Ganztagsschulplätze neu geschaffen werden, damit für alle Schüler aller öffentlichen und privaten Schulen der Primarstufe, der Sekundarstufe I und der Förderschulen Ganztagsschulangebote bereitgestellt werden könnten.

Über 75 Prozent der Schüler nutzen die Angebote in Sachsen

In Sachsen nahmen im Schuljahr 2015/2016 bereits 77,5 Prozent aller Schüler an Ganztagsangeboten teil. Der bundesweite Schnitt lag laut Bertelsmann-Studie im Vergleich dazu bei 39,3 Prozent. Im Durchschnitt müssten die Länder laut der Studie für einen bundesweiten und flächendeckenden Ausbau von Ganztagsangeboten insgesamt jährlich 10 Milliarden Euro zusätzlich ausgeben. Der Großteil entfiele dabei auf Personalausgaben. Es würden für Ganztagsangebote rund neue 183.800 Vollzeitstellen benötigt. Weitere Infos und Zahlen zu den Ganztagsangeboten unter www.bildung.sachsen.de.