Gebärdendolmetscher helfen im Klein-Erzgebirge

Premiere Sprachbarrieren sollen überwunden werden

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Thomas Schulze mit Gebärdendolmetscherin Katrin Floß am Modell des Feuerwehrdepots, das der Tischlermeister schuf. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Zur Nacht im Klein-Erzgebirge gab es eine Premiere: Erstmals waren Gebärdendolmetscher vor Ort. Sie sorgten unter anderem dafür, dass es zwischen Thomas Schulze und den Besuchern in seiner Bastelstube keine Sprachbarrieren gab. Der Freiberger arbeitet seit fünf Jahren im Modellbau im Klein-Erzgebirge und zeigte voller Stolz von ihm gebaute Modelle wie das Feuerwehrdepot und die "Drackschenk", die durch Anton Günther bekannt gewordene Kneipe.

Unterwegs in ganz Sachsen

Katrin Floß, staatliche geprüfte Gebärdendolmetscherin, war schon bei seiner Einstellung dabei. Sie arbeitet zusammen mit Claudia Hempel und Peter Eichler in der "Partnerschaft für Gebärdensprachkompetenz 4signs" - freiberuflich. "Wir sind in ganz Sachsen, wie etwa bei den Chemnitzer Begegnungen, in Thüringen, aber auch mal in Bayern unterwegs", sagt Eichler, der sich als Muttersprachler bezeichnet. Soll heißen, er ist mit der Gebärdensprache aufgewachsen, seine Eltern sind wie Thomas Schulze gehörlos.

Gehörlose Menschen werden unterstützt

Katrin Floß hingegen hat die Gebärden wie eine Fremdsprache gelernt, weil sie sie interessant fand. Neben dem Übersetzen im Alltag gibt es auch verschiedene Projekte. "Ich war seit Kindertagen nicht im Klein-Erzgebirge. Das hat Spaß gemacht", so die junge Frau. Und Peter Eichler ergänzt: "Eigentlich müssten Gebärdendolmetscher bei jeder Veranstaltung im Einsatz sein, um nicht oder schwer hörenden Menschen die Teilhabe zu ermöglichen."