Gefahr noch nicht gebannt

Wissenschaft Sozialraumskizze von Limbach-Oberfrohna vorgestellt

Wie sieht ein sorgenfreies Kleinstadtleben aus? Und gibt es so etwas überhaupt? Diese Fragen stellten sich in den letzten Monaten vier Mitglieder des Kulturbüros Sachsen. Sie fertigten eine Sozialraumskizze von Limbach-Oberfrohna an und kamen dabei zu dem Schluss, dass in der Stadt eine Menge unternommen wird, um gegen rechtes Gedankengut zu kämpfen. "Es gibt in der Stadt aber noch eine Menge Potenzial der einzelnen Initiativen untereinander", sagte Michael Nattke vom Kulturbüro, der das Projekt vorstellte. Die Sozialraumskizzen - Treffpunkte der Rechten sowie Gebiete in Limbach-Oberfrohna, in denen vermehrt Straftaten aufgetreten sind - sorgten bei der Vorstellung letzte Woche für rege Diskussion unter den Besuchern. Verschiedene Stadträte, Lehrer, Mitglieder des Netzwerks des guten Willens sowie des Bunten Bürgerforums für Demokratie und viele weitere Gäste waren anwesend. Kritisiert wurde unter anderem das mangelnde Interesse von Bürgern an Veranstaltungen gegen Rechts. "Es sind immer die gleichen Leute, die kommen", resümierte Romy Neubert, Mitarbeiterin im Jugendhaus. Als Beispiel nannte sie den Interkulturellen Abend, zu dem im Sommer fast ausschließlich die Organisatoren selbst anwesend waren. Ältere Besucher sagten, dass sie persönlich die Rechten gar nicht wahrnehmen würden. "Es gibt aber weiterhin einen harten Kern von 30 bis 40 Personen", informierte Präventionsbeauftragter Dietrich Oberschelp.