Geflügelhof Hinkelmann will erweitern

Grüne Höfe Landtagsabgeordnete Wolfram Günther besucht Bauern

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Wolfram Günther im Gespräch mit Gerd Hinkelmann während seiner Grüne Höfe Tour. Foto: Andrea Funke

Zschagwitz. Vor kurzem feierte Gerd Hinkelmann seinen 65. Geburtstag, im nächsten Jahr will er dann kürzer treten mit der Gewissheit sein Geflügelhof kommt in gute Hände. Sein Enkel Nils Graichen wird ihn übernehmen. Der 23-Jährige ist gelernter Geflügelwirt und bildet sich gerade weiter zum Wirtschaftler. "Wir wollen erweitern, über guten Absatz können wir nicht klagen. Aber für den Umbau eines alten Ziegenstalls zum modernen Hühnerstall bekommen wir keine Fördermittel", berichtet er verärgert dem Landtagsabgeordneten Wolfram Günther von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er kennt die Problematik, gefördert werden die Großbetriebe mit vielen Hektar, das muss sich ändern. "Wir haben 20 Hektar Land und würden gern mehr dazu kaufen, aber es gibt keins. Daher auch keine Förderung. Ich investiere aber trotzdem, denn ich tu es ja für meinen Nachfolger. Der neue Stall für 5000 Hühner wird benötigt", so Hinkelmann.

Grüne Höfe - Tour Mittelsachsen

Im Rahmen der Grünen Höfe-Tour besucht der Landtagsabgeordnete aus Mittelsachsen und Agrarexperte den Geflügelhof Hinkelmann sowie verschiedene landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen. Darunter sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende, kleine und große, direkt vermarktende und für den Handel produzierende Höfe, Ackerbau- und Viehhaltungsbetriebe. "Der aktuelle Fibronil-Skandal unterstreicht einmal mehr, dass kurze Wege zwischen Produzent sowie Verbrauchern der beste Schutz vor minderwertigen oder gar gesundheitsgefährdenden Produkten darstellt. Durch die Möglichkeit, 'seinem Bauern' über die Schulter zu schauen, entsteht Vertrauen auf Verbraucherseite sowie ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein auf Herstellerseite, eine Konstellation, die beiden nutzt", so der Abgeordnete. Das spürt auch Hinkelmann in seinem Hofgeschäft.

Nachfrage nach Eiern steigt

Die Nachfrage nach Eiern ist sprunghaft angestiegen. Jetzt wird gerade eine neue Herde Hühner an den Stall gewöhnt, in fünf bis sechs Wochen können sie dann tagsüber ins Freie. Nach einem Jahr werden sie teils verkauft oder landen als Suppenhuhn im Verkauf. Außerdem werden noch 800 Gänse bis Weihnachten aufgezogen, die erhalten bald Auslauf in ein extra für sie angelegtes Maisfeld.