Gegen das Verblassen der Erinnerungen

Geschichte Landkreis mit Festakt zum Holocaust-Gedenktag

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Zur feierlichen Namensweihe lauschen Landrat Matthias Damm und seine Amtsvorgänger Eberhard Löffler und Volker Uhlig (v.l.) der Musik von Sophie Fischer. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wird seit einigen Jahren als Internationaler Holocaust-Gedenktag begangen.

Warum Gedenktag auch in Freiberg begangen wird

Dass auch Freiberg Grund dazu hat, sich aus diesem Anlass seines Teiles der Geschichte zu erinnern, das machte Landrat Matthias Damm am vergangenen Samstag mit einer ganz besonderen Gedenkstunde deutlich. Der Tag und sein Hintergrund wurden zu einer feierlichen Namensgebung genutzt.

Das Hauptgebäude des Landrates an der Frauensteiner Straße, einst als Verwaltungskomplex für das Porzellanwerk errichtet, wurde in Werner-Hofmann-Haus umbenannt. Hofmann war 28 Jahre Leiter des Werkes, sogar Ehrenbürger der Bergakademie, wurde aber 1933 von den Nazis wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Amt gejagt, immer wieder schikaniert und schließlich in den Selbstmord getrieben.

Man muss die Erinnerungen lebendig halten

An ihn als integere Persönlichkeit und an die Tatsache, dass die Fabrik später als Außenstelle des KZ Flossenbürg diente, in der jüdische Zwangsarbeiterinnen Dienst verrichten mussten, erinnert nun eine große Tafel im Eingangsbereich des Hauses. "Wir müssen erkennen, dass die Erinnerungen erblassen, wenn wir sie nicht pflegen", sagte Matthias Damm zum Festakt, bei dem der Regionalforscher Michael Düsing eine bewegende Rede hielt.

"Wir sind verantwortlich dafür, was aus der Geschichte wird." Im Oktober 2016 sei von seinen Amtsvorgängern Eberhard Löffler und Volker Uhlig die Idee der Namensgebung an ihn herangetragen worden, erzählte Damm. Der Kreistag erteilte ein deutliches Votum dafür und so wird nun auf herausragende Weise Werner Hofmanns und anderer Opfer des braunen Regimes in Freiberg gedacht.