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Geht es vor Gericht?

Wels Angler wegen Tierquälerei angezeigt

Geringswalde/Chemnitz. 

Die Tierschutzorganisation Peta hat am vergangenen Montag Anzeige gegen Hobby-Angler Oliver B. erstattet, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. Peta werfe ihm vor, beim Fang eines Welses in der Elbe Anfang Juli gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Dem Angeklagten droht nun eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Auslöser sei ein Trophäenbild gewesen, welches Oliver B. veröffentlichte. Sein Fang eines 65 Kilo schweren Welses ging im Juli durch diverse Medienberichte. Der Angler zog den über zwei Meter langen und bisher größten Wels Sachsens in der Dämmerung aus dem Wasser. Da die Sichtverhältnisse zu schlecht waren, hielt er ihn über Nacht an der Leine gefangen, um am darauffolgenden Morgen bei Tageslicht ein Beweisfoto zu schießen. Im Anschluss setzte er den Fisch zurück ins Wasser. Für die Tierschützer sei dies eine Straftat. „Beim Catch-and-Release werden die Fische einer extremen Stresssituation ausgeliefert. Je länger sie diesem Festhalten ausgesetzt sind, desto schwerer sind die langfristigen Folgen", so Peta. Das Catch-and-Release, also Fangen und wieder Freilassen, sei zwar in Deutschland nicht generell untersagt, im Falle von Oliver B. liege aber eine besondere Schwere vor, so die Tierschützer. Auch der Anglerverband Leipzig sieht die Vorkommnisse kritisch und nahm die Auszeichnung für den "herausragenden" Fang zurück. Oliver B. erfuhr durch die "Freie Presse" von der Anzeige und bereute die Tat, hält die Kritik daran aber für überzogen.



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