Geld muss ein knappes Gut sein

Finanzen Die Krise und der Freistaat

Dafür, dass man landläufig über Geld nicht redet, wird dies gerade heutzutage besonders oft getan. Allerdings ist das auch gut so, denn die internationale Finanzkrise und die bisherigen Lösungsversuche fordern dazu heraus. Der sächsische Staatsminister für Finanzen, Professor Georg Unland, war in der vergangenen Woche im Freiberger Brauhof zu Gast und sprach dort erstaunlich offen zur europäischen Geldpolitik und ihre Auswirkungen auf Sachsen. Schlüssig stellte er dabei die momentane Situation dar, beklagte die Flutung der Märkte mit immer mehr Geld und zeigte, wie nah den Menschen hierzulande das Problem kommt. "Man muss so ehrlich sein und zugeben, dass Sachsen einer der großen Profiteure ist", so Unland. "Durch den niedrigen Zinssatz sinken die Schulden des Freistaates automatisch." Doch habe das auf vielen anderen Gebieten seine Schattenseiten. "Wenn Geld nichts mehr kostet, dann geht man unvernünftig damit um", stellte Unland klar. "Und das sieht man an vielen Stellen in Sachsen." Geld müsse dringend wieder zu einem kostbaren Gut werden. Auch die Entwertung der Schulden dürfe nicht so weiter gehen. Investitionen seien wichtig und für die brauche es dringend neue Ideen. Das Geld dafür ist da. "Doch wo sind hier die sächsischen Microsofts oder Apples, die dieses Geld für ihre Innovationen brauchen?", fragte Unland unmissverständlich. "Es mangelt nicht an dafür nötigen Finanzen, es mangelt an Ideen." Das sei unverständlich. Ebenso auch die Anti-Europa-Haltung, die zunehmend propagiert werde. "Sachsen profitiert mit Abstand am meisten von der EU-Förderung", so Unland. "Das ist eine Riesen-Solidarleistung." Alle zusammen, Bürger, Banken und Politik, sollten auf Veränderungen in der Zukunft vorbereitet sein. So wie bisher dürfe es nicht weitergehen.