Geldrückgabe ist reine Kulanz

Interview mit René Glaser vom Handelsverband Sachsen

Weihnachten - Zeit der Geschenke, aber auch der klingelnden Kassen bei Händlern und Unternehmen. Das Geschäft zur Adventszeit bringt laut René Glaser, Geschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen in Chemnitz, in bestimmten Branchen bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes ein. Welche Geschenke am beliebtesten sind, wie kurz vor Heiligabend man noch sein Wunschpräsent erhält und wie es mit Umtauschrechten aussieht, hat Steffi Hofmann vom BLICK gefragt.

Wie läuft das Weihnachtsgeschäft an und was sind die Renner in dieser Saison?

Im Moment sind wir froh, dass es endlich schneit. Bis vor Kurzem war der Absatz in der Wintermode nämlich nicht so berauschend. Die Renner 2012 sind zum einen Klassiker wie Spielwaren, Bücher, Uhren, Schmuck und Parfüm. Ein zunehmender Trend lässt sich in der Unterhaltungselektronik erkennen. Smartphones oder Espressomaschinen stehen da ganz oben auf der Liste. Auch immer mehr Gutscheine sowie Bargeld werden verschenkt.

Es ist ein Klischee, das sich aber jedes Jahr aufs Neue ereignet: Männer rennen am 23. oder 24. Dezember durch die Geschäfte und suchen in letzter Minute das passende Geschenk für die Liebste. Geht das eigentlich so ohne Weiteres?

Wenn es sich nicht gerade um eine Spezialanfertigung, zum Beispiel von einem Ring, handelt, ist das problemlos möglich. Die Kunden können heutzutage immer davon ausgehen, dass es im Laden noch etwas gibt. Die Lager der Händler sind in der Regel voll und alle haben ordentlich kalkuliert.

Es kommt auch immer wieder vor, dass Geschenke nicht ihre Wirkung erzielen und umgetauscht werden wollen. Was muss der Kunde hier beachten?

Durch den Trend der Gutscheine gehen Reklamationen zahlenmäßig zurück. Prinzipiell sind sie natürlich machbar. Ein Kassenbon als Nachweis für den Kauf oder ein Zeuge, der den Kauf bestätigen kann, sind für den Umtausch beziehungsweise die Rückgabe nötig. Der Kunde sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass es bei Nichtgefallen eine absolute Kulanz des Händlers ist, das Geld zurückzugeben. Denn solange der Artikel keine Sachbeschädigung aufweist, also nicht kaputt ist, hat man in Deutschland laut Gesetz als Kunde nicht das Recht, das Geld zurückzuverlangen.