Gemeinsame Feier im Advent

Bunte Tafel In Frankenberg treffen sich Einwohner und Flüchtlinge

Weit über 100, wohl eher fast schon an die 200 Gäste nahmen am Sonntag gern die Einladung von Bürgermeister Thomas Firmenich zu zweiten "Bunten Tafel" im Haus der Vereine in Frankenberg an. Die Stühle an den mit Plätzchen, Schokolade und Stollen eingedeckten Tischen in der früheren Wartehalle des Bahnhofs reichten bei weitem nicht. Für die jungen Männer aus der Erstaufnahmeeinrichtung in der Wettiner Kaserne - darunter viele aus Afghanistan - kein Problem, sie funktionierten den angrenzenden ehemaligen Bahnsteig zu einem Festplatz um. Sie trommelten und sangen und tanzten, und bald reihten sich auch einige Deutsche ein. Wie das junge Paar aus Dresden. "Ich bin in Frankenberg groß geworden, wir haben heute meine Mutter besucht und die Möglichkeit genutzt, hier vorbei zu schauen", sagte er. Die meisten einheimischen Gäste waren aber neben Vertretern der Stadtverwaltung und wenigen Stadträten wohl vor allem jene, die schon seit Wochen den Flüchtlingen zur Seite stehen und beispielsweise Deutschkurse geben. "Wenn man die Kinder sieht und sie mit den Fernsehbildern in Verbindung bringt, mag man sich gar nicht vorstellen, was sie durchgemacht haben", meinte ein Frankenberger. "Und man kann sich auch nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die nicht helfen wollen." Die Bilder von der Veranstaltung werden bald schon in der weiten Welt unterwegs gewesen sein. Ein beliebtes Fotomotiv, gerade auch für die Muslimas mit ihren Kindern, war der geschmückte Weihnachtsbaum. Aber auch Fotos von Flüchtlingen gemeinsam mit Einwohnern wurden immer wieder gemacht, egal, ob man sich sprachlich verständigen konnte oder nicht. Die Kinder, welcher Nationalität auch immer, trafen sich zum Basteln und Malen bei den Damen der Frauenbegegnungsstätte "Eva Becker", die gar nicht zum Luftholen kamen. "Gerade die Kinder sind so was von dankbar", sagte Karin Lohfink, die seit vier Wochen jeden Samstag in die Erstaufnahme zieht, um dort mit ihnen zu spielen und zu malen. "Man kann sie mit den einfachsten Dingen begeistern. Das gibt mir ganz viel und das lasse ich mir auch nicht nehmen." Es ist, davon kann man ausgehen, nicht die letzte derartige Veranstaltung in Frankenberg gewesen.