Gemütliche Rundfahrt für Freunde alter Drahtesel: Ausstellung ließ Herzen höher schlagen

Radwege um Flöha: Stempelbremsen-Ausfahrt findet regen Anklang - erstmals 31 Teilnehmer

Falkenau

Die nunmehr 4. Auflage der „Stempelbremsen-Ausfahrt“ für Freunde historischer Fahrräder mit Start an der ehemaligen Baumwollspinnerei im Flöhaer Ortsteil Falkenau, stand trotz mäßiger Wetterprognosen unter einem guten Stern. Immer am letzten Freitag im April laden die Mitglieder des Sportmuseum Mittelsachsen zur Ausfahrt ein. Dr. Andreas Liebscher freute sich über das ständig steigende Interesse an der Fahrt in den letzten Jahren, er sagte: „Wir sind glücklich über 31 Radfahrer, von Pobershau, Zschopau, Penig, Chemnitz, bis hin nach Dresden, die den Weg zu uns fanden. Und obwohl es am Vormittag zunächst ein wenig regnete, riss die Wolkendecke später auf.“

Mit Muskelkraft durch die Idylle

Die 12-Kilometer-Fahrt rund um Flöha war abwechslungsreich. Von Falkenau aus radelten die Teilnehmer mit Muskelkraft auf dem Radweg nach Flöha zur Landbrücke und vorbei an der Finkenmühle und der Weber-Mühle zum Parkplatz an der Eisenbahnbrücke. Nach einer Rast führte die Strecke weiter über die Braunsdorfer Straße zur Kirche Niederwiesa und über die Frauenstraße und die Alte Dresdner Straße schließlich zurück zum Ausgangsort. Das Highlight war eine Ausstellung historischer Zweiräder, die man für diesen Tag in den Vereinsräumen arrangiert hatte.

Ehemaliger Friedensfahrer konnte nicht widerstehen

Vereinsmitglied Dieter Wiedemann aus Flöha war 1964 Gesamtdritter der Friedensfahrt. Der 83-jährige ehemalige Friedensfahrer konnte nicht widerstehen, im Vorfeld ein Wanderer-Fahrrad aus den 30er-Jahren Probe zu fahren. Er sagte: „Mein Opa besaß in Flöha als einer der Ersten ein Fahrrad, auch mein Vater nutzte es später noch. Auch ich kenne die Stempelbremsen-Fahrräder noch aus meiner Jugendzeit. Ab 1959 bin ich dann aber ausschließlich mit Felgenbremsen-Technik gefahren. Und heutzutage fahren Räder mit Scheibenbremsen. So ändern sich die Zeiten.“

Ein besonderes Gemeinschaftsgefühl

Teilnehmer Sven Gumprich (54 Jahre) aus Zschopau war bei seiner Premiere mit einem Fahrrad der Marke Dresdensia, Baujahr 1940, der Firma Friedrich M. Bernhardt angereist. Er fand die Fahrt richtig gut und hatte dabei zufällig sogar alte Bekannte wiedergetroffen. Er schätzt das große Gemeinschaftsgefühl.

Restauration mit viel Liebe

„Der Bruder meiner Oma kaufte das Rad einst vom seinem ersten Lehrlingsgehalt, blieb aber wie viele im Krieg. Schließlich hatte es mein Opa aus Schlesien mit der Eisenbahn geholt“, sagte der 54-Jährige. Damit das historische Rad nicht in Vergessenheit gerät, hatte es Sven Gumprich nach Jahrzehnten auf dem Dachboden mit viel Liebe wieder auf Vordermann gebracht. „Es war sehr verrostet“, erklärte der Motorradstädter.

Nach der Rundfahrt wurde gegrillt, ein gemütliches Beisammensein stand auf dem Plan.

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