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Generationenbahnhof feiert Einjähriges

Projekt Altes Gebäude wird erhalten und in ein soziales Zentrum verwandelt

Erlau. 

Erlau. Als Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) Mitte Juni den Generationenbahnhof in Erlau besuchte, war sie begeistert: "Es ist ermutigend zu sehen, wie die Erlauer mit Kreativität und Initiative ein historisches Gebäude erhalten und gleichzeitig ein soziales Zentrum geschaffen haben. Wo Menschen ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, wo bürgerschaftliches Engagement sich entfaltet und ein tragfähiges Konzept entwickelt werden, gewinnt der Ort spürbar an Attraktivität. Dies ist für ländliche Regionen beispielhaft", betonte die Ministerin.

Architekturstudenten entwickelten Ideen

Nachdem der Bahnhof gut 20 Jahre leer stand und dem Verfall preisgegeben war, begann 2012 das zweite Leben des Gebäudeensembles. Architekturstudierende der TU Dresden setzten sich seinerzeit mit Gebäude und Umfeld auseinander und entwickelten vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft für die künftig zu bewältigenden Herausforderungen Ideen und Konzepte. Ziel war es, das Miteinander der Generationen zu fördern. "Der Schwerpunkt lag auf der Versorgung und Betreuung älterer Menschen in Verbindung mit medizinischen Angeboten und öffentlicher Nutzung", sagt Jana Ahnert, Mitinitiatorin des Projektes "Generationenbahnhof Erlau".

Gemeinde kaufte Grundstück von Deutscher Bahn

Der Gemeinderat fasste im April 2014 den Beschluss, die Sanierung und Umnutzung zum "Generationenbahnhof" aktiv anzugehen. Die Gemeinde erwarb unter der Federführung des damaligen Bürgermeisters Wolfgang Ahnert Grundstück und Gebäude von der Deutschen Bahn und gab die Planung in Auftrag. "Die Umsetzung war ein Kraftakt für unsere Gemeinde", sagt der ehemalige Bürgermeister heute. Im Mai 2014 wurde der Verein "Generationenbahnhof Erlau" gegründet. Fast genau vor einem Jahr, am 31. Juli 2017, konnte das Objekt dann schließlich eröffnet werden.

Die Kosten des Umbaus betrugen inklusive Instandsetzung der Außenanlage und Einrichtung einer Schnittstelle zum öffentlichen Personennahverkehr rund 2,3 Millionen Euro. Rund 700.000 Euro wurden für den Bahnhof und den Bahnhofsvorplatz aus Mitteln des "Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums" (ELER) über das Programm LEADER bereitgestellt.

Angebote werden gut angenommen

"Mit den ersten zwölf Monaten sind wir sehr zufrieden. Die Veranstaltungen, die wir selbst organisieren und der Bürgersaal, der für Familienfeiern angemietet werden kann, werden von den Erlauern und den Gästen aus der Region sehr gut angenommen", sagt Jana Ahnert. Großer Beliebtheit erfreut sich zum Beispiel das Erlauer Wohnzimmer, ein monatlicher Treff, den vor allem die älteren Einwohner gern nutzen, um über Gott und die Welt zu sprechen. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Vorträge zu aktuellen Themen und Ausstellungen lokaler Künstler.

Neben dem ehrenamtlich verantworteten Bürgerbereich wird das Gebäudeensemble durch einen professionellen Dienstleistungsbereich mit Seniorentagespflege, ambulantem Pflegedienst sowie einer Zahnarztpraxis belebt. "Bürgerräume und Seniorentagespflege wurden inhaltlich und räumlich geschickt miteinander verwoben, was in Bezug auf schwindende Ressourcen im Bereich Pflege und verstärktes bürgerschaftliches Engagement neue Wege des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung ermöglicht", so Jana Ahnert.

Bei ihrem Besuch in Erlau zeigte sich auch die Ministerin dankbar über das Projekt und dankte allen, die sich mit viel Herzblut und Engagement für die Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes zum Generationenbahnhof eingebracht haben.

Dieser Artikel ist in der Sonderzeitung "10 Jahre Landkreis Mittelsachsen - Die besten Seiten einer besonderen Region" erschienen.



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