Geschrüht und gebrannt: Töpferwerkstatt in Halsbrücke

Töpferei Werkstätten luden Neugierige ein

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Julia Naether erklärt Besuchern wie Wirkungsweise des Seglerkegels im Gasofen. Foto: Ulli Schubert

Halsbrücke. Als einige von ganz wenigen Töpfereien in Mittelsachsen hielt am Wochenende Julia Naether im Halsbrücker Ortsteil Sand die Türen ihrer Werkstatt zum Tag der offenen Töpfereien für neugierige Besucher offen. "Ich bin in jedem Jahr dabei, seitdem ich meine Werkstatt 2008 hier in der ehemaligen Sander Schule eingerichtet hatte", so die Töpferin.

Gerade hatte sie Gästen aus dem Erzgebirge die Funktionsweise des Segerkegels erklärt. "Das ist ein Prüfkörper, anhand dessen sich die Temperatur im Ofen exakt ermitteln lässt, viel besser als mit Armaturen". Im Gasofen werden die Stücke bei etwa 1300 Grad hart gebrannt.

Gleich darauf wollen andere Besucher etwas über die Arbeitsweise eines Holzofens wissen, wo die Asche auf den Töpfen quasi zur Glasur schmilzt. Jedes Stück sieht dann anders aus und macht es einzigartig.

Interesse am Handwerk

Julia Naether, die einst Slawistik studierte und danach in Waldenburg das Töpferhandwerk erlernte, zeigte sich mit der Besucherresonanz zufrieden. "Viele kommen aus der Dresdner Ecke, manche arbeiten richtige Listen ab", erzählt sie lächelnd. "Es kommen nur noch Leute, die sich für das Handwerk interessieren. Früher, als wir das noch anboten, kamen auch viele, die sich einfach bei Essen und guter Musik unterhalten lassen wollten."

Ihre Erzeugnisse verkauft Julia Naether im Freiberger Kunsthandwerkerhof. Wer Interesse daran hat, sich selbst an der Töpferscheibe zu versuchen, kann an den meist dreitägigen Drehkursen teilnehmen, die sie in der Volkskunstschule Oederan gibt.