Glockengießer-Dynastie lässt Handwerk aufleben

Beeindruckend Hillinger-Verein erfolgreich in der Region

Region. 

Region. Der BLICK kann von sich mit Fug und Recht behaupten, bei sehr vielen Geschehnissen der letzten Jahrzehnte in der Region dabei gewesen zu sein. Manche von ihnen waren spektakulär, andere wiederum vollzogen sich zunächst etwas unbeachtet. Das, worum es hier nun gehen soll, hat von beidem etwas. Denn die Gründung des Hilliger-Vereins Ende 2014 wurde nicht an die ganz große Glocke gehängt, obwohl dieser Vorgang es sogar im wahrsten Sinne des Wortes verdient gehabt hätte. Denn die "Hilligers", wie sie sich nennen, sorgten nicht nur mit Worten dafür, dass eine jahrhundertealte Freiberger Handwerkstradition, die allerdings schon sehr lange nicht mehr ausgeübt wurde, inzwischen wieder ein wenig Fuß gefasst hat. Bei der Familie Hilliger handelt es sich nämlich um eine Glockengießer-Dynastie, deren Schöpfungen vom 14. bis ins 18. Jahrhundert hinein vorwiegend in Freiberg entstanden.

Noch heute erklingen überall im Freistaat Hilliger-Glocken, selbst in der Dresdner Frauenkirche. Aber vor allem in der Freiberger Region. Das bislang eindrucksvollste Unterfangen des Hilliger-Vereins, dessen Wirken der BLICK begleiten durfte, war die Wiederherstellung des Geläuts der Kirche Bieberstein. Das war vor Jahren schon verstummt, da der Glockenstuhl einsturzgefährdet war. Im Mai 2015 holte man die einzig erhaltene Hilliger-Glocke herunter, ebenso die Stahlglocken aus den 1950er Jahren. Die historische Glocke wurde restauriert und um zwei Nachgüsse ergänzt, die im Sächsischen Metallwerk Freiberg geschaffen wurden. Mit hoher Kompetenz und Ehrfurcht vor den Künsten der Hilligers ging man ans Werk und 2017 konnten die Glocken endlich erklingen. Ein großartiger Moment und hoffentlich der Beginn von einer langen, neuen Geschichte.