Göritzhainer Pegel warnt wieder vor Hochwasser

Einweihung Messstation wurde für 610.000 Euro wieder aufgebaut

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Wie der Schwimmflügel bei Hochwasser die notwendigen Daten aus dem Fluss liefert, erklärte Thomas Höpfner (r.) Referent des Umweltministeriums bei der Einweihung des Pegel Göritzhain. Foto: Andrea Funke

Wechselburg/Göritzhain. Die Pegelmessstation Göritzhain kurz vor der Einmündung der Chemnitz in die Zwickauer Mulde wurde 1908 als Holzhaus errichtet und war bis 1945 in Betrieb. Dann war sie beschädigt, wurde aber wegen ihrer Wichtigkeit wieder instandgesetzt. Das Hochwasser 2002 richtete reparable Schäden an, das von 2013 gab ihr den Rest. In den Wiederaufbau wurden insgesamt 610.000 Euro investiert.

Behutsames Bauen notwendig

Jetzt wurde der Pegel Göritzhain im Beisein von Umweltminister Thomas Schmidt feierlich eingeweiht und liefert wieder Hochwasserdaten. Der Pegel wird von der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) betrieben. Den Bau übernahm der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.

"Ständig aktuelle und verfügbare Wasserstands- und Durchflussdaten werden nicht nur für schnelle und korrekte Hochwasserwarnungen benötigt. Eine zuverlässige Datengrundlage ist auch für die Bereitstellung von Brauchwasser, für verschiedenste Umweltbelange und nicht zuletzt für die Bewertung der Klimaveränderungen von großer Bedeutung", so der Minister.

Der Pegel Göritzhain erfordert wegen seiner unzugänglichen Lage am Gewässer im FFH- sowie im Vogelschutzgebiet ein besonders behutsames Bauen. Die Einrichtung eines Stromanschlusses war nicht möglich. Deshalb wurde für den Betrieb von Messgeräten und Seilkrananlage eine komplett autarke Energieversorgung realisiert. "Erstmals bei einem Pegel in Deutschland ist durch die Kombination einer Solaranlage mit einer Brennstoffzelle sowie mit Akkumulatoren eine netzunabhängige Versorgung für 230-Volt-Technik möglich", erklärt Uwe Köhler von der BfUL.

Der Pegel Göritzhain ermittelt die Abflüsse aus dem 532 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Chemnitz. Er gehört zum Hydrometrischen Basismessnetz des Freistaates und ist einer der Pegel, auf die sich das Hochwasservorhersagemodell im Muldegebiet bei seinen Berechnungen bezieht.