Großer Respekt vor den Details

Leidenschaft Limbacher fertigt aufwändige Modelle an

Noch bis zum Sonntag hat man die Gelegenheit, in der aktuellen Sonderschau des Esche-Museums drei der aufwendigen Modelle von Gert Sommer zu bewundern. Der Limbacher hat für das Thema "Industriearchitektur im Limbacher Land" im Maßstab 1 zu 200 die Firma Grobe, die Firma Saupe und die Firma Schaarschmidt verewigt. An diese denkt er allerdings zur Zeit nur wenig, da er schon für die nächste Ausstellung "gebucht" wurde: "Über das Museum kam einst der Kontakt zu Wolfgang Ziemert zustande", weiß er noch gut. "Für eine seiner früheren Ausstellungen hatte ich den Oberfrohnaer Bahnhof 1 zu 87 gefertigt." Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins lädt ab Mitte November zur Weihnachtsschau ein, für die Gert Sommer nun über dem Limbacher Bahnhof im gleichen Maßstab "schwitzt": "Je größer der Maßstab, desto mehr Details müssen gefertigt werden", erklärte er. "Das ist dann eine gewaltige Arbeit, bei der man nach einer Woche manchmal noch nicht viel sieht." Die er allerdings von der Pike auf gelernt hat: Seit 1961 hatte er zunächst für seine Modelleisenbahn gebaut, später für und mit den eigenen Kindern - die seiner Meinung nach dabei in der Feinmotorik gefördert werden und gleichzeitig Respekt vor solch aufwendigen Arbeiten gewinnen. Zu DDR-Zeiten hatten Kinder und Jugendliche laut Sommer beste Möglichkeiten, den Modellbau zu lernen: "Fachleute führten Interessenten an Details heran, es waren viele Vorlagen erhältlich. So was war auch politisch gewünscht." Inzwischen entwirft er eigene Bausätze, die er selbst oder andere Modellbaufreunde nachgestalten. Dabei hält er sich strikt an den Maßstab 1 zu 200, von Panzer bis Kran ist alles dabei. "Es sind aber immer Fahrzeuge, die ich ausgewogen nach ost- und westdeutscher Herkunft aufgreife", so Sommer.