Gucci auch bei Grabgestaltung?

Friedhof Gärtner kennen die Trends des Jahres

Mode und Trends bestimmen unsere Welt. Jede Jahreszeit hat ihre aktuelle Kleidung, das Wohnzimmer könnte auch jedes Jahr neu eingerichtet werden, das Essen unterliegt den Ansagen der Fernsehköche und selbst bei der Wahl des Skiurlaubs muss vorher geschaut werden, welcher Ort besonders angesagt ist. Auch wenn es vielleicht nicht so bekannt ist: selbst bei Blumen und Pflanzen gibt es Trends. So galt die Calla bis vor kurzem noch als typische Friedhofsblume. Heute ist sie angesagte Dekoration in modernen Wohnräumen. Doch hört Mode bei Blumen und Pflanzen mit dem Leben eines Menschen auf? Spätestens mit der Beerdigung ist Schluss - hier und auf dem Grab haben Moden und Trends nichts zu suchen!?

Das sehen Fachleute anders. Natürlich spiegeln sich auch in der Grabgestaltung mit Blumen und Pflanzen Moden und Trends wieder, denn der Verstorbene war ein Mensch mit all seinen Vorlieben und Abneigungen auch bei Blumen und Pflanzen. Um die Trends zu erfassen und aufzuarbeiten hat der Bund deutscher Friedhofsgärtner eigens einen "Trendausschuss" gegründet, dem nur erfahrene und auf Bundesgartenschauen mit Goldmedaillen prämierte Friedhofsgärtner aus allen Teilen Deutschlands angehören. Sie wissen, was momentan gefragt ist und ankommt.

Menschen, die sich heute für ein Grab auf dem Friedhof entscheiden, wünschen sich einen konkreten Ort der Trauer nah am Leben. Sie lieben Blumen und Pflanzen und suchen ein grünes, blühendes Umfeld. In der Umsetzung gibt es zwei grundlegende Tendenzen. Auf der einen Seite steht das individuelle Grab mit einem sehr persönlichen Grabmal und einer darauf abgestimmten Grabbepflanzung. In der Auswahl der Pflanzen nimmt man meist Bezug auf die Vorlieben des Verstorbenen oder des Hinterbliebenen und berücksichtigt die Symbolik der Pflanzen.