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Handarbeit: Wie man sie kennt und doch noch nie sah

Ausstellung Kultur des Alltäglichen - Schau im Museum Oederan

Oederan. 

Oederan. Am Freitag wird 15 Uhr im Museum eine neue Sonderschau eröffnet. Die Sammlung "Altes Handarbeitszeug" von Bernd Köhler ist aus einer umfangreichen Anhäufung von Ephemera hervorgegangen, heißt es in der Einladung. Das wird sogleich erklärt: Ephemera griechisch "eintägig, vergänglich", sind im Sinne des Sammelns unter anderem Karten für Stopfgarn, Nadelmappen und -briefe. Womit freilich die Sammlung des Chemnitzers, die tausende Objekte umfasst, nur unzureichend beschrieben ist.

Dinge, deren Namen keiner kennt

Wer sich all das vorstellt, was irgendwie mit Nähen und Stopfen, mit Waschen und Stricken zu tun hat, wird es in der Schau finden. Und das Unvorstellbare auch: Wie das Gerät, dessen Namen nicht mal der Aussteller kennt, und das sich anstelle von Schneiderkreide verwenden lässt. Wie der "flüssige Strumpf" und die Schnittmusterbögen, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf alten Karten der einstigen Ostgebiete gedruckt wurden. Oder das "Ruck-Zuck" genannte Ding aus Plaste, mit dem man die Krawatte binden konnte. Oder der Haken zum Festziehen des Korsetts, oder der Nähkasten aus Olbernhau, der einst stolze 110,35 DDR-Mark kostete.

Jedes Exponat erzählt eine Geschichte

Man könnte meinen, was haben Knöpfe und Nadeln in einer Sonderausstellung zu suchen? Für Bernd Köhler sind sie wie alle Exponate Alltagskultur, die zudem viele Geschichten erzählen und Geschichte nacherlebbar machen. Es gab Zeiten, da war ein Näh-Necessaire aus reinem Elfenbein mit Gold ausgelegt ein Statussymbol. Und wenn Krieg war, bastelte es sich der Landser aus den Materialien, die er gerade hatte. Die Ausstellungsstücke werden durch Texte, Illustrationen, Fotos, Wäsche- und Musterbücher zur Aussteuer vervollständigt. Der Sammlungsfundus umfasst etwa 200 Jahre von Mitte des 19. Jahrhunderts an. Die Schau ist bis 4. November täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr zu sehen.



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