Handballer musste mit der Wende umschulen

Jubiläum Gert Hiemann Sport seit Jahrzehnten verbunden

Flöha. 

Flöha. Für Gert Hiemann hat sich das Arbeitsleben nach der Wende grundlegend gewandelt. Nach seiner Flöhaer Schulzeit absolvierte er in Karl-Marx-Stadt eine Ausbildung zum Elektromechaniker und arbeitete dann als Lehrmeister in einer Rundfunkwerkstatt in Flöha. Dort wurde nicht nur der Berufsnachwuchs ausgebildet. Vielmehr brachten die Bürgerinnen und Bürger ihre Kofferradios, Plattenspieler, Kassetten- und Spulentonbandgeräte dorthin, wenn sie repariert werden mussten.

Umschulung zum Finanzberater

Nach 1990 blieben nicht nur die Lehrlinge aus, auch die DDR-Technik wollte niemand mehr haben, geschweige denn reparieren lassen. So schulte der stets freundliche und optimistische Mann zum selbständigen Finanzberater um und übt diese Tätigkeit noch heute aus. Damals wie heute ist Hiemann, der im Oktober seinen 70. Geburtstag feierte, in Flöha dem Handball verbunden.

Mit der Wende endlich die passende Spielstätte

Gab es zu DDR-Zeiten in der Stadt keine Sporthalle, die die erforderlichen Maße für diese Sportart besaß, wurde in den 1990er Jahren an der Turnerstraße endlich eine passende Spiel- und Trainingsstätte errichtet. Beim VfB Flöha ist der Multifunktionär nicht nur als stellvertretender Vereinschef tätig, sondern trainiert auch den Nachwuchs und ist als Schiedsrichter präsent. Und als Spieler nimmt er nach wie vor regelmäßig den Ball in die Hand, wenn sich die Senioren immer mittwochs zu ihrem Training treffen oder an Turnieren teilnehmen. "Ohne Gerti geht eigentlich gar nichts", fasste es VfB-Chef Alexander Meyer treffend zusammen.

"Es macht mir bis heute großen Spaß"

Zum Handball fand Hiemann im Jahr 1961, sein erster Trainer war Karl-Heinz Pfohl. Ab 1967 war der Jubilar auch als Übungsleiter tätig und stand regelmäßig als Aktiver auf dem Parkett. "Es macht mir bis heute großen Spaß", sagt Hiemann.