Handwerkern auf die Finger geschaut

Handgemacht Korbmacher- und Schmiedemeister holen alte Berufe in die Gegenwart

Schwarzbach. Wer zurückliegen Sonntag im Schwarzbacher Museum zur traditionellen Kirmes vorbeischaute, der musste diesmal wieder etwas mehr Zeit mitbringen. Denn neben einem bunten Mitmachprogramm für die ganze Familie sowie süßen und deftigen Appetithäppchen, die aus der Museumsküche gereicht wurden, durfte versierten Handwerkern auf die Finger geschaut werden. Der Tag des traditionellen Handwerks bot sich dafür geradezu an. Neugierige Blicke von den Besuchern erntete unter anderem Claus Hentzschel, der jede Menge Geschick beim Flechten von Körben aus Weidenholz und Besen aus Birkenreisig bewies. "Da muss man schon Fingerspitzengefühl und Ausdauer mitbringen, denn bis ein größerer Korb fertig ist, vergehen schon einmal bis zu zwei Stunden", erklärte der Korbmachermeister. Seine stabilen Naturprodukte hatte er zwischen 1964 und 1989 vor allem für die Landwirtschaft und Bäuerliche Handelsgenossenschaft produziert. Hentzschel kam allerdings nicht allein. Ins Staunen kamen die Gäste ebenso bei Gerd Winter. Der Schmiedemeister hatte bei knapp 1.400 Grad Eisen am Schmiedeherd zum Glühen gebracht, um sie im Anschluss bearbeiten zu können. "Aus ihnen entstehen Türbänder, die später in den Museumsgebäuden Verwendung finden", sagte Winter, der als ehrenamtlicher Schauschmied das alte Handwerk in die Gegenwart holte und damit die Besucher begeisterte.