Hier kommt der Strom vom Dach

Elektrotankstelle Elektrofahrzeuge können jetzt auch in Oederan aufgetankt werden

hier-kommt-der-strom-vom-dach
Bürgermeister Steffen Schneider, Christian Micksch und Holger Enzmann (v.l.) testeten als erste die Ladestation für Elektrofahrzeuge in Oederan. Foto: Ulli Schubert

Die Sonne schien am Tag der offiziellen Einweihung der Nahwärmezentrale in Oederan. Das hat insofern Bedeutung, als dass Christian Micksch, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur GmbH, seinen BMW mit Elektroenergie auftanken konnte, die von der Photovoltaikanlage der Zentrale geliefert wird. "In der Nacht muss dann das Blockheizkraftwerk einspringen", erläutert Energiemanager Eberhard Ohm.

Fast nebenher wurde damit in Oederan die erste Stromtankstelle für Elektroautos übergeben, die ihren Platz im Hof des Rathauses gefunden hat. Eingerichtet hat die Ladesäule, in die einfach ein Stromkabel gesteckt wird, Holger Enzmann aus Grünhainichen. Er selbst fährt einen Renault, der seine Energie üblicherweise von der Solaranlage auf dem Dach seines Hauses im Engeldorf erhält. "Ich möchte nie wieder tauschen. Es ist ein sehr angenehmes Fahren und man kann die Energie der Sonne nutzen." Während der BMW des SAENA-Chefs sechs bis sieben Stunden für eine Komplettladung nach dem Leerfahren braucht, sind es bei Enzmanns Fahrzeug nur etwa eine Stunde und zehn Minuten. Die Ladegeschwindigkeit und Ladedauer ist von verschiedenen Faktoren abhängig, erläutert Holger Enzmann. Die Oederaner Anlage gehört zu den derzeit in Deutschland weit verbreiteten Typ-2-Wechselstrom-Stromtankstellen mit 22 kW. Die Zukunft werde Schellladestationen mit 50 oder 100 kW und mehr bringen. Mit einer "Füllung" komme er bis zu 190 Kilometer weit, im Winter seien es aufgrund der Heizung entsprechend weniger. "Renault ist bei den Elektrofahrzeugen VW technisch rund fünf Jahre voraus", ist sich Enzmann sicher. Elektrotankstellen hat der Fachmann beispielsweise auch schon in Dresden und Scharfenstein installiert. su