Historischer Besiedlungszug macht Station in Auerswalde: Wenn das Mittelalter lebendig wird

Planwagen, Pferde und mittelalterliches Lagerleben verwandelte Auerswalde in eine Kulisse wie vor fast 900 Jahren

Lichtenau/M

Das Knarren der hölzernen Wagenräder, das Schnauben der Pferde und das Klirren von Geschirr durchbrechen die sommerliche Ruhe. Aus den Feuerstellen steigt der Duft von Holzrauch auf, während über dem Lager Stimmen, Lachen und mittelalterliche Klänge liegen. Für einige Zeit wurde Auerswalde zur Bühne einer Zeitreise: Der Historische Besiedlungszug A.D. 1156 machte Station und brachte ein Stück Geschichte mitten ins Dorf.

Ein Lager wie aus einer anderen Zeit

Zwischen Zelten, Planwagen und historischen Gewändern entstand ein Bild, das an die Anfänge der Besiedlung Sachsens erinnert. Wo heute Straßen und Häuser das Ortsbild prägen, lässt sich erahnen, wie beschwerlich das Leben der Menschen vor Jahrhunderten gewesen sein muss. Handwerker gehen ihrer Arbeit nach, über offenen Feuerstellen wird gekocht, Kinder entdecken das Lager und Besucher kommen mit den Darstellern ins Gespräch.

Nicht Perfektion steht im Mittelpunkt, sondern das Erleben. Das Lager wirkt lebendig, ursprünglich und authentisch – als hätte die Zeit für einen Moment angehalten.

Die diesjährige Route führte auch ins mittelsächsische Lunzenau und Sachsenburg

Der 32. Historische Besiedlungszug führte vom 4. bis 12. Juli 2026 auf den Spuren der mittelalterlichen Besiedlung durch Mittelsachsen. Die Route verlief über Harthsee, Kohren-Sahlis, Lunzenau und Auerswalde bis zum Ziel in Sachsenburg bei Frankenberg/Sa..

An den jeweiligen Lagerplätzen konnten Besucher mittelalterliches Alltagsleben hautnah erleben – mit Planwagen, historischen Zelten, Handwerk, Musik, Gaukelei und Theater. Am Abend klangen die Tage traditionell am Lagerfeuer mit Gesang aus und vermittelten einen authentischen Eindruck vom Leben der Siedler im 12. Jahrhundert.

Geschichte, die man sehen, hören und riechen kann

Wer durch das Lager in Auerswalde schlenderte, erlebte Geschichte mit allen Sinnen. Das Flackern der Feuer, das Stampfen der Pferdehufe, der Geruch von Rauch und frischem Brot sowie das bunte Treiben zwischen Zelten und Wagen schaffen eine Atmosphäre, die weit über eine gewöhnliche Ausstellung hinausgeht. Jeder Blick eröffnet neue Details, jedes Gespräch vermittelt ein Stück Vergangenheit.

Begegnungen, die verbinden

Der Aufenthalt des Besiedlungszuges bot Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Besucher nahmen sich Zeit, Fragen zu stellen, Geschichten zu hören oder einfach das besondere Ambiente auf sich wirken zu lassen. Gerade diese Nähe zwischen den Darstellern und den Gästen machte den Reiz des Aufenthalts in Auerswalde aus.

Ein besonderes Erlebnis für den Ort

Mit der Station des Historischen Besiedlungszuges wurde Auerswalde für kurze Zeit selbst Teil einer historischen Erzählung. Aus dem Dorf wurde ein Ort, an dem Vergangenheit greifbar wurde und Geschichte nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte. Als am Abend die Feuer langsam herunterbrannten und die letzten Sonnenstrahlen über das Lager zogen, blieb vor allem ein Eindruck zurück: Für einen Augenblick schien das 12. Jahrhundert wieder ganz nah.

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