Im "Witwenpalais" ist viel zu tun

Restaurierung Gebäude ist über 300 Jahre alt - Sanierung stellt Originalzustand wieder her

Am Fuß des Lichtensteiner Schlossberges sorgen mehrere historische Gebäude, die mit viel Aufwand restauriert wurden und werden, regelmäßig für interessierte Blick. Am kommenden Mittwoch ist zum Buß- und Bettag im größten davon, dem so genanten "Alten Palais" (Schlossberg 19) ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit möglich. Der Nachtwächter zu Lichtenstein lädt an diesem Tag zwischen 14 und 17 Uhr zu Führungen in dem auch als "Witwenpalais" bezeichneten Gebäude ein, in dem seit fast drei Jahren gebaut wird. Die Firma Bauconcept führt hier eine denkmalgerecht und historisch exakte Restaurierung durch, bei der ausschließlich Originalmaterialien zum Einsatz kommen. Das Erdgeschoss ist mittlerweile fast fertig. "Es macht Spaß, hier zu arbeiten", sagt der Lichtensteiner Udo Meier, der genau wie die Denkmalpfleger und Restauratoren viele Spuren der Vergangenheit entdeckt und wieder hergestellt hat. Jahrhundertealte Türen, der Kamin in der Küche und Wände oder andere Teile, die aus dem Lichtensteiner Schloss stammen, finden sich im "Witwenpalais", wo auch historische Putzstrukturen, alte Tapetenreste oder ein Kreuzgewölbe zu entdecken sind. "Untersuchungen ergaben, dass das Gebäude um 1706/07 als Witwensitz entstanden ist. Damit besteht ein direkter Zusammenhang zum Schloss Lichtenstein, welches über eine Wegeverbindung leicht erreicht werden konnte", weiß der Lichtensteiner Nachtwächter Christian Bretschneider. Im Jahre 1810 wurde das Gebäude umgebaut und erweitert. Im Innenhof gibt es unter anderem einen 14 Meter tiefen Brunnen, der in Handarbeit wieder freigelegt wurde. Das "Witwenpalais", in dem die kostenlosen Führungen am Mittwoch stattfinden, soll perspektivisch öffentlich oder zumindest teilöffentlich genutzt werden. Neben Wohnungen und Büros soll es im Erdgeschoss Gastronomie geben.