"Immer stärkere Politikverdrossenheit"

Interview mit Christina Pfeiffer vom Wirtschaftsverband

Christina Pfeiffer, Leiterin des Kreisverbandes des Bundesverbandes für Mittelständische Wirtschaft Erzgebirge, hat eine Vision: Sie will mittels Netzwerken innovative Strukturen schaffen. Mit dem BLICK sprach sie über ihre Philosophie und aktuelle Projekte.

Warum sind Netzwerke wichtig und was wollen Sie damit bezwecken?

Ich gründe, organisiere und arbeite Netzwerke, um für Themenfelder neue Angebote zu gestalten, wie Wirtschaft, Familie oder Bildung. Bildung ist dabei mehr als Informationsweitergabe. In Netzwerken arbeiten Menschen zusammen, um gemeinsame Interessen zu leben und gemeinsame Ziele zu erreichen. Dabei sind Netzwerke ein unersetzliches Instrument über die Erfahrungen der anderen sich selbst zu stärken. Menschen stehen den aktuellen politischen Strukturen und Entscheidungen mit einer immer stärkeren Politikverdrossenheit gegenüber. Es werden neue Formate gebraucht. Da setze ich an.

Wie sieht das konkret aus?

Vor vier Jahren habe ich zum Beispiel das Netzwerk SIE in der Wirtschaft für Unternehmerinnen ins Leben gerufen. Es geht darum, Projekte zu entwickeln und damit Regionen attraktiver zu machen. Mittlerweile treffen sich dort um die zehn Frauen regelmäßig. Durch ihre Unterstützung sollen die weichen Faktoren, wie zum Beispiel die Rolle der Dienstleistungen, Familie und Bildung einen höheren Stellenwert erhalten.

Können Sie ein Beispiel aus der Region dafür nennen?

Ja, derzeit sind wir dran, Schulen in Chemnitz zu unterstützen. Die Bildungseinrichtungen brauchen das, um ihrer Verantwortung in Bezug auf die Sicherung des Nachwuchs erfolgreich zu tragen. Wenn die Schulen attraktiver werden, werden die Schüler positiv zur Region eingestellt. Das wirkt sich nachhaltig auf die Umgebung aus.