In den 80ern fing alles an

Startschuss Mini-Biker erobern schnell Deutschland

Anfangs waren es Mitte der 1980er-Jahre nur wenige aus den Motorsportclubs Hohenstein-Ernstthal und des VEB Bermshydraulik von Limbach-Oberfrohna. Dieter Müller und Harry Stelzner, aus dem damaligen Vorzeige-Betrieb, dachten daran, für ihre Söhne etwas Neues für die Freizeit zu entwickeln. Rahmen für kleine Rennmaschinen entstanden, an die Schubkarren-Räder angebaut und mit einen 50ccm-Simson-Motor fahrfertig gemacht wurden. "Das war die Geburtsstunde für einen neuen Rennsport", meinte einer, der auch dabei war: der Sachsenring-Mann Sirko Fröde. "Gefahren sind wir kleine Rennen wie an der Parkschänke in Limbach, in Hartmannsdorf, auf einer Kreuzung in Langenchursdorf und auf dem Fahrschulübungsplatz am Sachsenring - unterhalb der Eisenbahnlinie", erinnert sich Dieter Müller, Vater des Grand-Prix-Piloten Jarno. Am 9. September 1989 gab es dann das erste große Rennen, genehmigt vom der Bezirksleitung des ADMV Karl-Marx-Stadt (Nr. 14-407) mit über 50 Startern aus der Region. "Das konnten nur Fahrer von hier sein, denn außerhalb des Sachsenrings kannte keiner diesen neuen Rennsport", meinte der Organisationsleiter von damals, der Hohenstein-Ernstthaler Rainer Stecher. "Steve Jenkner, Dirk Heidolf, Bert Hübner, Tobias Unger oder Andre Friedrich gehören unter anderem in diese Starterelite", schmunzelt der heute 65-Jährige.

Der Hermsdorfer Rudi Hermann machte sich verdient um ein weiterentwickeltes Rennmotorrad mit neuem Rahmen und größeren Rädern und einem besseren Motor, den Tobias Unger präparierte. Claus Grad, der unermüdliche Fahrgestellexperte aus Erlbach-Kirchberg machte sich über viele Jahre dabei sehr verdient. Und dann ging alle sehr schnell. Thomas Krauß, der Hermsdorfer, übernahm die Geschicke der Mini-Biker nach 1989 bis zum heutigen Tag. Der neue sächsische ADAC organisierte diesen Rennsport mit Meisterschaften in ganz Deutschland. KTM und Honda wurden ansässig mit größeren, leistungsstärkeren Motoren.

Und heute kommen die Deutschen Pocket- und Mini-Bike-Meister alle vom Sachsenring: Phillip Kastl, Freddie Heinrich und Nicolas Czyba.



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