In der Augustusburg tanzen die Hologramme

Ausstellung Mangamania auf Schloss Augustusburg

Nina Belingar aus Slowenien ist eine der Künstlerinnen, deren Manga auf Schloss Augustusburg zu sehen sein werden. Foto Nina Belingar

Augustusburg. So eine Ausstellung gab es in Deutschland noch nie. Dort, wo gegenwärtig noch die Schau mit 3D-Bildern aus China auf ihre Besucher wartet, wird bald eine neue Sonderausstellung zu sehen sein, die ebenfalls aus fernöstlichen Gefilden stammt: "Mangamania". Was nicht ganz korrekt ist, denn zwar kommen Manga und Anime aus Japan, doch haben sie längst die ganze Welt erobert. Und natürlich auch Deutschland.

"Der Manga schlug in den 1990er Jahren wie ein explosives Geschoss in Deutschland ein. Was als Modeströmungen unter Jugendlichen begann, hat mittlerweile seriöse Buchläden, Verlage und Kunstgalerien erobert. Und es hat sich auch bei uns eine eigene Manga-Kultur entwickelt", erklärt Patrizia Meyn.

Die Geschäftsführerin der Schlossbetriebe hat drei Jahre an der Vorbereitung der Ausstellung gearbeitet. "Es war zum Beispiel sehr schwierig, Rechte für Video-Games zu erhalten", sagt sie und geht in ihren Erklärungen bis in die Edo-Zeit zwischen 1603 bis 1868 zurück, in der die Fantasiewelt der Mangas ihren Ursprung hat.

Aus der Hochkultur von Kalligrafie, Tuschezeichnung und Farbholzschnitt kommend, hat der japanische Comic eine eigene Ästhetik entwickelt. Die Welt der Manga ist so groß, bunt und beweglich, dass auch Computerspiele, TV-Serien Internet-Portale, Smartphone Apps und ein singendes und tanzendes Hologramm namens Hatsune Miku dazugehören.

"So wie die Technik und der Markt weiterentwickeln, so entwickelt sich auch die Manga-Welt weiter. Wie ein roter Faden führt die Ausstellung durch die Vielgestaltigkeit und ermöglicht so das Begreifen: Ob in der Manga-Bibliothek oder im Anime-Kino, beim Manga Quiz oder dem Manga-Selbstmalen, an der Play-Station oder im Raum der Cosplay-Kostüme", macht Patrizia Meyn Appetit auf die neue Sonderausstellung, die am 13. April auf Schloss Augustusburg eröffnet wird. Zu sehen sind dort über 200 Originale bedeutender Künstler unterschiedlicher Genres.

Patrizia Meyn hat insbesondere auch die Cosplayer (Cosplay ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam) fasziniert, die bei Conventions in Wien und Bonn für einen Film interviewt wurden. "Der Manga gibt ihnen einen tollen Lebensinhalt. Sie wollen so sein, wie der jeweilige Charakter, den sie darstellen."