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In Hainichen verschwindet bald ein weiteres Stück Zeitgeschichte

Abbruch Gebäudekomplex Turnerstraße 12/14 muss weichen

Hainichen. 

Hainichen. An der Turnerstraße weicht mit dem Komplex der Gebäude mit den Nummern 12 und 14 bald ein weiteres Stück Zeitgeschichte aus dem Hainichener Stadtbild: Hier war nämlich in DDR-Zeiten der Sitz der SED-Kreisleitung des damaligen Kreises Hainichen mit den drei Städten Frankenberg, Mittweida und Hainichen. Damit wird die Stadt an der Kleinen Striegis einen weiteren unschönen Anblick im Stadtbild los. Die Gebäude Turnerstraße 12 und 14 hatten bis 1990 einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben, wurden hier doch so manche Entscheidungen getroffen, die damals großen Einfluss auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger im gesamten Kreisgebiet hatten. Nach den politischen Veränderungen von 1989/90 befanden sich hier unter anderem Räume der Freien Presse, des Notariats Beyer, der Computerfirma Alpha 2007 und der Barmer Krankenkasse. "Als ich am 27. August 1990 erstmals in meinem Leben Hainichener Boden betrat, war im Gebäude mein erstes Büro als Geschäftsstellenleiter der Barmer", erinnert sich Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) an damals. Nachdem die Treuhand die Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben hatten, war das der Anfang vom Ende. Die Käufer stammten nämlich aus Venezuela, später hatten sie italienische Eigentümer. "Allen gemeinsam war, dass sie die Häuser lediglich zu Spekulationsgründen erworben haben dürften", mutmaßt Hainichens Stadtchef. Als nächste Brachen werden voraussichtlich im nächsten Jahr das ehemalige Kino an der Bahnhofstraße und die frühere Lederfabrik an der Feldstraße abgerissen. Beide Immobilien hat die Stadt bereits erworben, um damit weitere Schandflecke aus dem Stadtbild zu tilgen.