In Humboldts Stiefeln durch das Jahr

Menschen 2019 Thomas Schmalz gab in Freiberg den Universalgelehrten

Freiberg. Das hätte sich Thomas Schmalz, Geschäftsführer des Studentenwerks Freiberg, im Januar sicherlich nicht träumen lassen, dass er 2019 geradezu eine neue Identität annehmen würde. Denn er durfte in die Rolle eines berühmten Menschen schlüpfen und diesen mehrfach im Lauf des Jahres verkörpern. Die Rede ist von Alexander von Humboldt. Jener Universalgelehrte, dessen 250. Geburtstag im September begangen wurde, studierte vom 14. Juni 1791 bis zum 26. Februar 1792 an der Bergakademie Freiberg, bekam dabei die Matrikelnummer 357, absolvierte sein Pensum, wie man sieht, in erstaunlich kurzer Zeit, wie es sich für ein Genie gehört, hinterließ aber nichtsdestotrotz seine Spuren in der Stadt, erfand einen Licht-Erhalter für den Bergbau und sammelte unter Tage Kenntnisse über die dortige Flora, die er dann schließlich in seinem Werk "Florae fribergensis" zusammenstellte.

Der Person Humboldt näher gekommen

Viele gute Gründe also, des Masterstudenten, wie ihn der heutige Rektor der Ressourcenuniversität Professor Klaus-Dieter Barbknecht nennt, zu seinem Jubiläum zu gedenken. Thomas Schmalz bekam dafür sogar eine historische Bergmannsuniform angepasst, mit der er etwa bei der Verabschiedung der Glasarche, die auf dem Schlossplatz zwei Monate stand, auftrat. Doch der ganz große Moment kam am 14. September, dem eigentlichen Geburtstagsfest, als eine Bergparade zu Humboldts Ehren durch die Straßen schritt und Schmalz/Humboldt ihr voranging. Ein letztes Mal begegnete er dem Gelehrten dann bei einer Lesung im Taschenbuchladen, als er Anekdoten über Humboldt vortrug. "Es ist schön, so noch einmal in diese Rolle zu schlüpfen", sagte Schmalz mit etwas Wehmut. Er sei der Person Humboldt doch im Laufe des Jahres näher gekommen.