Insolvenzverfahren bei Solarworld angelaufen

Wirtschaft Unklar wie es mit dem Freiberger Standort weitergeht

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Das SolarWorld-Gelände im Gewerbegebiet Freiberg Ost. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Zuerst war es allein Verunsicherung, als am 11. Mai die Mitteilung überraschte und, wie von vielen Politikern eingestanden, "kalt erwischte", dass eines der größten Unternehmen in Sachsen, die "SolarWorld" in Freiberg, Insolvenz angemeldet hat. Betraf dies einen Tag lang zunächst nur den Bonner Mutterkonzern, so war einen Tag später klar, dass auch die Unternehmensteile in Freiberg und im thüringischen Arnstadt diesen schweren Weg gehen müssen.

Geschäftsbetrieb stabilisieren

Kurz darauf wurde auch der Name des Insolvenzverwalters bekannt, den das zuständige Gericht eingesetzt hatte. Es handelt sich dabei um Horst Piepenburg, der als erfahren und erfolgreich auf diesem Gebiet gilt. Schon bald machte er sich auf, um die einzelnen Standorte zu besuchen, Eindrücke zu gewinnen und Einblicke zu erhalten.

In Freiberg fand eine große Betriebsversammlung im Gewerbegebiet Ost statt. Viel Konkretes konnte dabei nicht gesagt werden, war der Zeitpunkt doch einfach zu früh. Man wolle nun erst einmal den Geschäftsbetrieb stabilisieren, hieß es.

Was kann die Politik tun?

Aus der Politik gab es Signale der Unterstützung. "Wir können so einen Ablauf aber nur begleiten", sagte Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger. "Man darf die Möglichkeiten der Politik nicht überschätzen." Grundsätzlich sei es für jeden einzelnen Mitarbeiter schlimm.

Man rechnet in Freiberg durchaus mit weniger Einnahmen im Stadtsäckel, sollten über tausend Arbeitsplätze verloren gehen. "Dass immer sofort erst einmal in Geld gerechnet wird, verärgert mich sehr", sagt dazu Stadträtin und Landtagsabgeordnete Jana Pinka von den Linken. "Im Vordergrund müssen die Menschen stehen."

Mehrere Möglichkeiten sind nun im Raum, wie es bei SolarWorld weitergehen kann. Die Chancen dafür seien wohl so schlecht nicht. Doch ob, wie und wann, dafür fehlen noch die Antworten. Deshalb bleibt vor allem den Mitarbeitern zunächst nur, die Ergebnisse abzuwarten.