Integration: Arbeit verlagert sich auf neue Gebiete

Integration Die Wohnsituation ist im Kreis Mittelsachsen weiterhin schwierig

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Neue Koordinatoren des Landkreises Mittelsachsen für Bildung und Integration: Annett Rösinger, Yvonne Mahler, Jennifer Diehl und Benedikt Pfohl (v.l.). Foto: Wieland Josch

Freiberg. Ende Januar 2017 waren insgesamt 1.959 Asylsuchende durch den Landkreis Mittelsachsen in Gemeinschaftsunterkünften, Wohnprojekten oder Wohnungen untergebracht. Weitere 426 Personen haben zwar einen Aufenthaltstitel, waren aber bei der Wohnungssuche bislang erfolglos und leben deshalb weiterhin in einem Objekt des Landkreises. Im Januar wurden 51 Personen dem Landkreis zugewiesen. Zum Vergleich: Im Dezember 2015 waren es pro Woche etwa 250.

Die Lage hat sich in diesem Bereich etwas entspannt. "Doch die Arbeit wird dadurch nicht weniger", stellt Landrat Matthias Damm fest. "Sie verlagert sich nur auf andere Gebiete." Man sei lediglich Unterbringungs- und nicht Integrationsbehörde, sagte er ergänzend. Dennoch seien bei der Integration in den letzten Wochen verschiedene Dinge in Angriff genommen worden.

So sind mit Yvonne Mahler und Jennifer Diehl seit Anfang Januar zwei Bildungskoordinatoren an der Arbeit, deren Aufgabe der Aufbau eines Informationsnetzwerkes ist, welches Bildungsakteure oder die Sicherstellung von Transparenz über Angebote und Anbieter vor Ort vereint.

"Derzeit verschaffen wir uns einen Überblick über die Anbieter und Projektträger", sagt Yvonne Mahler. "Ziel ist eine Datensammlung über Bildungsangebote, aber auch den Bildungsstand der Flüchtlinge." Langfristig soll das auf einer Internetplattform zu finden sein. "Wir arbeiten aber auch an einer App, auf welcher Kontaktdaten verankert werden", ergänzt Jennifer Diehl. "Diese ist dann auch offline nutzbar."

Am 1. Februar nahmen außerdem fünf Integrationskoordinatoren ihre Tätigkeit beim Landkreis auf. "Integration beginnt bereits in dem Moment, wo jemand zu uns kommt, der einen sicheren Raum braucht", erläutert Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl. Die Koordinatoren sitzen in Freiberg, Rossau, Flöha und Döbeln. "Sie sind somit für die Kommunen schnell greifbar und können sich in die lokalen Strukturen gut einarbeiten", so Steinert.

Drei weitere Integrationskoordinatoren sollen noch hinzu kommen. "Wir haben bereits Kontakt zu den Bürgermeistern aufgenommen", erzählt Annett Röslinger, die in Rossau tätig ist. Und ihr Döbelner Pendant Benedikt Pfohl ergänzt: "Wir unterstützen bei der Dokumentation von Informationsbedarfen und Angeboten in den Kommunen, arbeiten aber auch mit anderen Institutionen wie Schulen, Kitas oder Krankenhäusern eng zusammen."

Landrat Matthias Damm mahnte in diesem Zusammenhang gleiche Standards an. "Dazu gehört etwa eine einheitliche Finanzierung", sagte er und konstatierte: "Mit der Einstellung der Koordinatoren hat unsere Arbeit eine neue Qualität erhalten."