Ist das Böse überall?

Bildung Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida

ist-das-boese-ueberall
Die vergangene Ringvorlesung fand im Sommersemester 2016 statt und beschäftigte sich mit Utopien. Foto: Hochschule Mittweida/Archiv

Mittweida. Oft scheint es so, als ob wir täglich mit bösen Dingen umgeben sind. In den Nachrichten wird über Terrorangriffe, Naturkatastrophen oder Epidemien berichtet. Im persönlichen Kontakt mit unseren Mitmenschen müssen wir an manchen Stellen Lügen, Betrug und Täuschung erfahren. So liegt der Schluss nahe: Das Böse ist überall. Doch in Anbetracht der vielen guten Erinnerungen, die wohl ein jeder hat, wäre diese Schlussfolgerung allzu pauschal.

Wo ist das Böse zu verorten?

Um dem Ganzen etwas näher auf die Spur zu kommen, beschäftigt sich die diesjährige vierte Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida mit den verschiedenen Facetten des Bösen. Unter dem Leitgedanken "Das Böse - ist überall (?)" verfolgen in 13 Veranstaltungen Wissenschaftler die Fragen danach, wo das Böse zu verorten ist, ob es zur Natur des Menschen gehört und ein Teil moderner Gesellschaften ist oder vielleicht am Ende nur ein Erklärungsversuch für scheinbar nicht zu erklärende Situationen und Umstände darstellt. Den Auftakt zu der Veranstaltungsreihe bildet am 21. März der Vortrag von Stefan Busse, Psychologieprofessor an der Hochschule Mittweida.

In seiner als Einführung gedachten Veranstaltung wird der Wissenschaftler die Dimensionen des Bösen umreißen und damit diesem Phänomen auf den Grund gehen. Bis zum 20. Juni werden danach immer mittwochs um 18:15 Uhr bis etwa 20 Uhr im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit weitere Vorträge zu dem Themenkomplex stattfinden. So wird in seinem Beitrag der Tiefenpsychologe Hans-Joachim Maaz noch im März der Frage nachgehen, was den Menschen böse macht.

Alle Interessenten können kostenfrei teilnehmen

Im April folgen dann Beiträge zu den Themengebieten Verbrechen, Literatur, Exorzismus und Krankheiten. Die Vorträge im März beschäftigen sich mit scheinbar schlechten Sozialstrukturen, bösen Geschäftsmodellen und politischen Feindbildern. Die abschließenden Vorträge im Juni betrachten die bildlichen Darstellung des Bösen, der Präsentation des Bösen in Film und Fernsehen und dem als unreguliert wahrgenommenen Wohnungsmarkt in Deutschland. Mit ihren Beiträgen wollen die Referenten zum Gespräch anregen. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.