Jahrzehntelange Boxgeschichte vorbei: Freibergs Faustkämpfer schlagen neues Kapitel auf

Sportart besteht in der Stadt dennoch weiter

Freiberg

Aus, Schluss und vorbei ! Beim SV Pama Freiberg ist die jahrzehntelange Boxtradition Geschichte ! Seit dem 31. 12. 2025 gibt es die Abteilung nicht mehr. „Vielleicht spielten dabei finanzielle Aspekte eine Rolle. Die Entscheidung des Vereins, dem Boxen nicht weiter eine Heimat zu geben, ist auf jeden Fall sehr, sehr traurig. Seit den 1950-er Jahren wurde hier geboxt, mit Rudi Fleischer hatte die Stadt sogar einen DDR-Meister“, sagt Gerd Mecke.

Tiefschlag wird weggesteckt

Die Freiberger Box-Legende Mecke ging an diesem Tiefschlag aber nicht k.o., sondern stand wieder auf. Hilfe kam dabei von Landestrainer Olaf Leib aus Chemnitz, der vor einigen Tagen seinen 60. Geburtstag feierte und wie kaum ein anderer für den Boxsport lebt, sowie von Benjamin Kahlert vom Kreissportbund Mittelsachsen. Die Bemühungen zahlten sich aus Seit dem 1. Januar haben sich die Boxer dem BSC Freiberg angeschlossen. Die Faustkämpfer bilden demnach die neunte BSC-Abteilung.

Trainerstelle wird verlängert

Zudem gibt es aus der Bergstadt weitere positive Signale. Denn die Stelle des Regionaltrainers, die seit einem Jahr besteht, wird auch in den kommenden Monaten durch Alexander Golombek besetzt. „Für uns ist diese Verlängerung ein wichtiges Signal. Die Schaffung dieser Regionaltrainerstelle hat bereits Früchte getragen. Wir sehen, wie sehr die Vereine von der regelmäßigen Betreuung profitieren“, sagt Kahlert. „Gleichzeitig gelingt es, junge Menschen für den Sport zu begeistern, die sonst nur schwer Zugang zu organisierten Angeboten finden. Genau das ist unser Anspruch.“, erklärt der Geschäftsführer des Kreissportbundes weiter. Besonders wichtig sei dabei die Verbindung von sportlicher Förderung und sozialer Begleitung.

Sport als verbindendes Element

Alexander Golombek ist regelmäßig in den Vereinen des Landkreises unterwegs, begleitet Trainingsprozesse, unterstützt Übungsleiter und koordiniert die Teilnahme an Wettkämpfen. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen, die zusätzliche Unterstützung benötigen. In sportlichen Einheiten und begleitenden Maßnahmen werden Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen gestärkt. Sport dient dabei als verbindendes Element, um Teilhabe zu ermöglichen und Perspektiven zu eröffnen. „Boxen ist mehr als nur Training im Ring“, erklärt Golombek. „Gerade für junge Menschen bietet der Sport klare Strukturen, Orientierung und die Erfahrung, dass Einsatz und Fairness zählen. Mir ist wichtig, dass sich alle gesehen fühlen und ihren Platz im Verein finden können.“

Boxsport entwickelt sich im Landkreis weiter

Diese Haltung prägt seine tägliche Arbeit in den Vereinen ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit Schulen und dem Landesstützpunkt in Chemnitz. Der 44-jährige Regionaltrainer kennt sich im Boxring sehr gut aus. Der Inhaber einer Trainer-A-Lizenz stammt ursprünglich aus Delitzsch, boxt seit seinem 9. Lebensjahr und kam 1998 an die Sportschule in Chemnitz. Anschließend boxte Golombek viele Jahre für den Boxclub Chemnitz und bestritt zahlreiche Kämpfe in der Bundesliga. Golombek schaffte den Sprung in die Nationalmannschaft. .Zudem wurde jetzt eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Box Verband Sachsen, dem Boxclub Chemnitz 94 und dem Kreissportbund Mittelsachsen unterzeichnet. Mit diesem Vertrag, der Gründung der neuen Boxabteilung des BSC Freiberg und der Verlängerung der Regionaltrainerstelle wachse nach Kahlerts Ansicht der Boxsport im Landkreis Mittelsachsen weiter.

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