Jan Hus in Freiberg zu sehen

Schau Geretteter Holzschnitt kann besichtigt werden

Freiberg. 

Freiberg.Unrettbar, tot geglaubt und Kandidat für die Altpapiertonne. Ein wertvolles Exponat des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg galt fast 140 Jahre lang als verloren. Jetzt ist der Holzschnitt aus der Werkstatt von Lukas Cranach d. J. mit dem Porträt Jan Hus' aus dem 16. Jahrhundert restauriert und ab Sonnabend, dem 11. Januar, bis zum 29. März im Stadt- und Bergbaumuseum zu sehen. "Die Restaurierung eines Cranach-Holzschnittes" zeigt den spannenden Prozess der Restaurierung, angefangen von den wissenschaftlichen Voruntersuchungen bis hin zur Einrahmung in einen eigens für Hus angefertigten Spezialrahmen.

Hus und Luther wieder gemeinsam ausgestellt

Begleitet wurde das aufwendige Projekt von der Videokünstlerin Ute Woracek, deren dabei entstandener Videoloop auch in der Sonderschau zu sehen ist. Gezeigt wird neben dem Originalholzschnitt auch ein Luther-Porträt, ebenfalls aus der Cranach-Werkstatt. Die Restaurierung von Hus und die identische Einrahmung der beiden Riesenholzschnitte, machen es erstmals wieder möglich, Hus und Luther gemeinsam zu präsentieren. Beide Porträts hingen einst zusammen mit einem von Melanchthon in der Kirche von Tuttendorf. 1860 barg der Freiberger Altertumsverein die drei Holzschnitte. Seitdem lagerte der von Jan Hus desolat, verschmutzt und zusammengerollt in der Obhut des Freiberger Museums und wurde so jahrzehntelang bewahrt. Vor etwa einem Jahr ging der gerollte Druck auf Reise nach Stuttgart, wo sich ihm hochspezialisierte Restauratoren widmeten.