Kammer: Politik muss sich zum Handwerk bekennen

Forderung Mehr in die Bildung investieren

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Gehören zu den Besten des Jahrgangs: Antonius Führer, Christian Mai, Michael Münch, Maximilian Zimmermann (v.re.) und Roman Schulz (2.v.li.) mit Matthias Emmrich (l.), Prüfungsausschussvorsitzender, und Frank Herklotz von der KFZ-Innung Sachsen West. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Grundsätzlich ist man bei der Innung der KFZ-Innung des Kammerbezirks Chemnitz, Region Freiberg, halbwegs zufrieden mit dem Ausbildungsjahrgang, der in der letzten Woche während einer Feierstunde im Freiberger Brauhof an der Körnerstraße seine Gesellenfreisprechung erlebte.

Und dennoch war die Miene von Werner Pilz, seines Zeichens stellvertretender Innungs-Vorsitzender, nicht wirklich fröhlich, sondern von Nachdenklichkeit geprägt. Sieben von 43 jungen Leuten haben diesmal die Prüfung nicht geschafft, mehr als noch im vergangenen Jahr. Zu schweigen von jenen, die schon lange vorher die Ausbildung abgebrochen haben.

"Wir sind schon sehr weit heruntergegangen, was das Niveau der Bewerbungen angeht", so Pilz. War in der Vergangenheit ein Notendurchschnitt von 2 üblich, müsse man jetzt mit 3 oder gar 4 zufrieden sein. "Die jungen Leute werden doch nicht so geboren", sagt Werner Pilz. "Es wird Zeit, dass die Schulen endlich wirkungsvoll gegensteuern."

Klare Forderung an die Politik

Allein den Bildungseinrichtungen den Schwarzen Peter zuschieben will man aber auch nicht. "Es wird Zeit, dass sich die Politik klar zum Handwerk bekennt", fordert Pilz. "Sonst wird das nichts." Im Gegenteil, es besteht sogar die Gefahr, dass manche Handwerksberufe für immer aus der Region verschwinden.

Die übermäßige Belastung kleinerer Unternehmen mit Bürokratie verhindere zudem, dass bessere Löhne gezahlt werden könnten, weshalb junge Gesellen schnell abwanderten. Für das Handwerk immer wieder ein harter Schlag, vor allem, weil viel Zeit und Geld investiert wird. 304 Lehrlinge sind 2016 im Kammerbezirk in die dreieinhalbjährige halbakademische Ausbildung eingestiegen.