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"Kann nicht 10 Jahre Erfahrung aus dem Hut zaubern"

Interview Rochlitz neuer Bürgermeister Frank Dehne (parteilos) möchte mehr Transparenz schaffen

Rochlitz. 

Rochlitz erlebte vergangenen Monat einen Wahlkrimi. Im zweiten Durchgang setzte sich der Einzelkandidat Frank Dehne gegen Amtsinhaberin Kerstin Arndt (FDP) durch. BLICK-Reporter Dennis Heldt sprach mit dem neuen Bürgermeister.

Herr Dehne, wie bewerten Sie ihren knappen Wahlerfolg?

Eine gewisse Unzufriedenheit der Bevölkerung hat sich durch die Aufstellung von fünf Kandidaten gezeigt. Den Wechselwillen der Rochlitzer unterstreicht die Wahl eines Parteilosen, der keinem Fraktionszwang unterlegen ist.

Sie sind mit dem großen Ziel, mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz schaffen zu wollen in den Wahlkampf gegangen. Was stellen Sie sich darunter vor?

Wir könnten damit anfangen, Beschlussvorlagen aus dem Rathaus ins Internet zu stellen. In anderen Städten wie Chemnitz oder Flöha funktioniert das ganz gut. So kann man die Bürger wieder besser an den Entscheidungen der Stadt teilhaben lassen. Darüber hinaus wünsche ich mir auch ein offenes Rathaus an mehreren Samstagen im Monat.

Ein großes Streitthema war zuletzt die Zukunft des Krankenhauses. Erhoffen Sie sich, dort noch einmal etwas bewirken zu können?

Ich werde versuchen sofort nach Amtsantritt mit dem Geschäftsführer des Krankenhauses in Kontakt zu treten. Inwieweit man an dem beschlossenen Konzept noch etwas verändern kann, wird sich dann zeigen. Man kommt leider derzeit noch nicht an alle Unterlagen heran. Gerade der Abbau der Gelenkchirurgie lässt aber zu Recht Zweifel an der Tragfähigkeit des Konzeptes entstehen.

Hier brauche ich näheren Einblick. Warum wurden die zahlreichen Konzepte verworfen? Vielleicht sollte man diese noch einmal neu diskutieren. Fest steht, dass man dieses attraktive Objekt wieder an die Innenstadt anschließen muss.

Sie gelten als junger Bürgermeister mit neuen Ideen. Wie gehen Sie mit dem Problem der mangelnden Erfahrung um?

Kritiker gibt es immer und der Vorwurf der fehlenden Erfahrung ist für mich ein Totschlagargument. Ich kann nicht zehn Jahre Erfahrung aus dem Hut zaubern. Man sollte mich hier einfach anfangen lassen. Ich sehe in der Unerfahrenheit auch eine Chance für ein viel größeres Veränderungspotential.



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