Keine einsame Insel

Flüchtlingskrise OB Krüger: "Gewalt gegen Flüchtlinge ist völlig falsches Signal"

Die verschiedenen Seiten der Flüchtlingskrise zeigen sich auch in Freiberg. Die Silberstadt ist keine einsame Insel in einem aufgewühlten Meer, auch wenn vieles in den vergangenen Wochen deutlich ruhiger ablief als anderswo. Am vergangenen Sonntag kamen ab dem späten Nachmittag Züge mit Asylbewerbern am Freiberger Bahnhof an, von wo die Menschen mit Bussen zu entsprechenden Aufnahmeeinrichtungen gebracht wurden. Was vorher schon störungsfrei funktioniert hatte, gelang diesmal nicht, weil zahlreiche Gegner der Asylpolitik, nicht alle wohl aus Freiberg, mit Sitzblockaden dagegen aufbegehrten, sogar mit Äpfeln und anderen Dingen nach den Bussen warfen. Die Polizei musste eingreifen und die entsprechenden Bilder landeten in den Medien.

Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) verurteilt dieses Geschehen. "Gewalt gegen Flüchtlinge ist ein völlig falsches Signal", sagte er in einem Interview. Hinzu kommen derzeit kriminelle Delikte, wohl verübt von einer kleinen Anzahl Ausländer. Der Überfall mit Machete auf einen Supermarkt machte bundesweit Schlagzeilen, auch über Hauseinbrüche wird gesprochen und in der vergangenen Woche gab es sogar eine Verfolgungsjagd durch die Altstadt. "Asyl ist derzeit in allen Gesprächsrunden das Thema Nummer eins", sagt der mittelsächsische Landtagsabgeordnete Steve Johannes Ittershagen (CDU). "Vielfach stelle ich dabei einen Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber den politischen Entscheidungsträgern fest." Es sei notwendig, zu einem aktiven Austausch zu kommen. Am Montag, 2. November, ist ab 19 Uhr im Hörsaal des Gizef an der Chemnitzer Straße 40 Gelegenheit dazu. Der vom CDU-Stadtverband organisierte Themenabend steht unter dem Motto "Asyl und Zuwanderung - Was wird aus unserem Sachsen?". Rede und Antwort steht dabei der Dresdner Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Arbeitskreises Innenpolitik Christian Hartmann.