Kino-Wunder irdischen Ursprungs

Jubiläum Liebhaberkino "Welt-Theater" in Frankenberg feiert seinen 75. Geburtstag

Die Besucher werden staunen, wenn sie zu unserer Jubiläumsfeier am 24. November kommen", vermutet Matthias Hanitzsch. Und das sicher nicht zu Unrecht. Zum einen setzen die Bauleute alles daran, auch das Dach über dem Bühnenhaus dicht zu bekommen, zum anderen haben die Kinofreunde im Innern eine Menge getan. "Wir streben ja an, wieder den Urzustand des alten Kinos herzustellen."

Dass der 75. Geburtstag des "Welt-Theaters" überhaupt gefeiert werden kann, ist durchaus keine Selbstverständlichkeit. Denn in dem einstigen Gaswerk, in dem ab 1937 das größte Lichtspielhaus Frankenbergs die Kinofreunde anlockte, war Mitte der 1990er Jahre das Licht ausgegangen. Erst im September 2009 machte die Arbeitsgruppe "Denkmaltag" auf das inzwischen marode Haus aufmerksam. Das Interesse war so groß, dass sich in der Folge die Interessengemeinschaft "Welt-Theater Frankenberg/Sa." konstituierte. Das Ziel der damals zwölf Kino-Enthusiasten war nichts Geringeres als die Rettung des historischen Kinotempels. Schon am 13. Dezember 2009 fand der erste Kinotag im Liebhaber-Kino "Welt-Theater" statt. Ein Erfolg, der an ein Wunder grenzt, aber ganz irdische Grundlagen hat.

Zum Jubiläum am 24. November stehen eine Technikschau und Führungen sowie und natürlich auf dem Plan. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Firmenich beginnt 15 Uhr ein Programm für Kinder und junge Leute, unter anderem mit einer Breakdance-Show. Ab 17 Uhr berichten Matthias Hanitzsch und Falk-Uwe Langer in Bild und Ton über Vergangenheit und Gegenwart des Kinos. 19.30 Uhr läuft der Film "Serenade", der bereits 1937 zur Einweihung des Kinos gespielt wurde. Dann sollte Hanitzsch auch erzählen, wie es dazu kam, dass das Deutsche Filmarchiv den Streifen an die IG auslieh. Eines hat er schon verraten: "Vor dem Hauptfilm läuft ein Trickfilm, der ebenfalls in den 1930er Jahren entstand."