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Kleine Wasserkraftanlagen liefern Strom

Wirtschaft Wasserkraftverband brachte Politiker zusammen und informierte über die Betreibung von WKA

Lunzenau. 

Lunzenau. Die Wasserkraftanlage (WKA) "Küblers Erben" stand im Fokus bei einem Treffen von Vertretern der Verwaltung, sächsischen Politikern des Landtages und des Europaparlamentes sowie des Mitteldeutschen Wasserkraftverbandes (MWV). Eingeladen hatte der Burgstädter Jörg Richter, Vizepräsident des MWV um auf die Bedeutung der kleinen Wasserkraftwerke in Sachsen aufmerksam zu machen. "Es ist wichtig, dass sich Politiker und Entscheidungsträger der Behörden vor Ort treffen und mit einander ins Gespräch kommen um sich selbst ein Bild machen zu können", stellte Peter Jahr, hiesiger Europaabgeordneter, fest.

Früher gab es 3000 kleine Anlagen im Freistaat, heute werden noch 306 betrieben. Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel sagt: "Die kleinen Anlagen unter 100 kw sollten erhalten bleiben wenn alle Auflagen eingehalten werden. Wichtig ist die Prüfung jeder einzelnen Anlage, da jede spezifisch ist und es keine Verallgemeinerung gibt". Der Präsident des MWV Alexander Düsterhöft weißt daraufhin: "Unsere mehr als 200 Mitglieder von Wasserkraftanlagen betreiben fast alle Bestandsanlagen, deren Eingriff in die Natur über mehr als hundert Jahre zurückliegt". Vom Bundesumweltamt war Stefan Naumann angereist und erklärt: "In Deutschland ist das Potenzial an kleinen Wasserkraftanlagen ausgeschöpft. Es dürfen nicht die negativen Auswirkungen unbeachtet bleiben. Dabei geht es um die Auswirkungen auf die Lebensräume der Tiere. Es muss ein hoher Aufwand betrieben werden für die Umsetzung der Auflagen, dies führt meist zu Konflikten".

Aufgrund der wenigen Niederschläge kann nur eine Turbine laufen

Die ursprünglich mit Wasserkraft und Transmission betriebenen Maschinen der Firma Kübler wurden nach der Inbetriebnahme der 1886 gebauten Wasserkraftanlage auf Elektroantrieb umgestellt. Mit der Elektroenergie wurde der Betrieb lange Zeit versorgt. 1957 wurde die Anlage abgestellt. Die Urenkelin Renate Oelsner, ihr Mann und ihre Kinder übernahmen 1969 die Wasserkraftanlage. Küblers Erben verfolgten immer das Ziel der Wiederinbetriebnahme. Die Anlage wurde nach der Wende durch die Familie Oelsner instandgesetzt, ein neues Kabel zur Einspeisung in das öffentliche Netz quer durch den Fluss verlegt und nach aufwändigen Reparaturen der Turbinen aus den Jahren 1909 und 1911 sowie der gesamten Elektroanlage konnte ab 1993 wieder Strom an das öffentliche Netz geliefert werden. 1,2 Millionen kw /pro Jahr werden erzeugt. "Mit dieser sauberen Energie könnte ein Elektroauto sechs Millionen Kilometer fahren", stellt Jörg Richter fest. Auf Grund der wenigen Niederschläge läuft zur Zeit nur eine Turbine.



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