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Kleines Wunder zum Geschenk

Entdeckung Freiberger Verein übergibt Zeichnungen von Glocken

Für die Mitglieder des kürzlich gegründeten Freiberger Hilliger-Vereins, der sich der Aufarbeitung des Werkes jener Freiberger Glockengießerfamilie verschrieben hat, kommt es einer Sensation gleich, was ihnen in der vergangenen Woche übergeben wurde. In den 1920er Jahren hatte sich der Maler und Zeichner Emil Büchner in den Kopf gesetzt, die Hilliger-Glocken in Sachsen zu zeichnen, ihre Beschriftungen aufzunehmen und darüber zu berichten. Und tatsächlich setzte er dieses Vorhaben um. In 36 Ortschaften stieg er auf die Kirchtürme, machte Skizzen, notierte, was ihm auffiel und schuf dann filigrane Zeichnungen des Glockenschmucks. 1946 verstarb der Künstler in Gaschwitz bei Leipzig und vermachte die Zeichnungen, Notizen und Artikel einer Bekannten. Anfang der 1980er gingen sie an deren Nichte über. Christine Fiedler und ihr Mann Manfred sichteten nun vor einiger Zeit diese Unterlagen. "Und zunächst fragten wir uns, was wir damit beginnen sollen", so Manfred Fiedler. "Wir dachten uns schon, dass all das einen dokumentarischen Wert hat, aber wo ist es am besten aufgehoben?" Im Internet stießen sie dann auf die Artikel über die Gründung des Hilliger-Vereins und waren sich sofort sicher, dass dort die richtigen Ansprechpartner zu finden seien. Volker Haupt, Vorsitzender des Vereins, konnte beinah gar nicht glauben, was ihm da angeboten wurde. Denn nach so etwas sucht der Verein händeringend. "Sie sehen mich gerührt", sagte er bei der Übergabe des umfangreichen Materials. "Das wird uns bei unserer Arbeit natürlich ungemein helfen." Vor allem erhofft sich der Hilliger-Verein Aufschluss über jene Glocken, die während der schlimmen Zeitläufte des Krieges entweder eingeschmolzen oder anderweitig vernichtet wurden. Eine kompetente Archivarin wird sich nun in den kommenden Monaten mit den Papieren beschäftigen, sie sortieren und einordnen. Auch die Glocken-Sachverständigen des Vereins werden sich intensiv damit beschäftigen. Christine und Manfred Fiedler wollten für dieses kleine Wunder nichts als Gegenwert haben. Sie sind glücklich, dass alles in den richtigen Händen gelandet ist.



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