Kleinkläranlagen: Endlich umstellen!

Kulanz Landkreis Mittelsachsen gibt Zeit bis Ende 2018

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Eine Kleinkläranlage ist seit Ende 2015 Pflicht. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Mit dem 31. Dezember 2015 ist die Förderperiode für dezentrale Kleinkläranlagen im Freistaat Sachsen beendet worden. Ab diesem Stichtag, so war es vorgesehen, sollten alle Haushalte, die nicht an ein zentrales Abwassersystem angeschlossen sind, mit modernen Anlagen, die über eine vollbiologische Reinigungsstufe verfügen, ausgestattet sein.

Deutlicher Appell: Endlich umstellen!

Angedroht waren empfindliche Bußgelder, sollte das nicht geschehen. Doch frühzeitig war erkennbar, dass dieses Ziel wohl kaum erreicht werden würde. Und selbst heute noch gibt es Defizite. Dies erläuterte der 1. Beigeordnete des Landkreises Mittelsachsen Lothar Beier.

"Es gibt derzeit immerhin rund 15.000 Anlagen in unserem Zuständigkeitsbereich, welche funktionieren", sagte er. "Doch sind auch 4.000 Haushalte registriert, bei denen nicht nachgerüstet wurde."

An diese richte sich der deutliche Appell, jetzt endlich umzustellen. Bislang sei der Landkreis moderat mit den Bürgern umgegangen. Lediglich in 30 Fällen wurden Bußgelder verhängt. "Dabei handelte es sich um sehr sensible Fälle, bei denen die Abwasserbelastung besonders massiv war", so Beier. Hier habe man handeln müssen. Ansonsten setzt man bislang auf Dialog.

So gab es mittlerweile rund 100 Anhörungen, allerdings auch schon 200 Verfügungen. "Wir haben uns entschlossen, den Bürgern noch einen gewissen zeitlichen Spielraum zu geben", sagt der 1. Beigeordnete. "Eine echte rote Linie gibt es dabei zwar nicht, doch ist eventuell Ende 2018 ein dafür passendes Datum." Dann drohen Bußgelder.

Endkonsequenz: Stilllegung des Wasserkreislaufs

Bislang wurden sie in Höhe von 300 bis 400 Euro verhängt, doch geht es auch deutlich höher. Als Endkonsequenz bei hartnäckiger Verweigerung, stehe die komplette Stilllegung des Wasserkreislaufs für den betroffenen Haushalt. Viele könnten sich die Anschaffung einer Kleinkläranlage nicht leisten, wird oft als Argument angeführt. "Da haben wir Spielraum, der auch genutzt werden kann", sagt Lothar Beier. Man könne etwa Ratenzahlungen vereinbaren. Doch irgendwann müsse ein Schnitt gemacht werden. In Mittelsachsen sei man recht säumig. Im Partnerlandkreis Calw etwa ist das alles schon längst kein Thema mehr.