Kleinkläranlagen noch nicht modernisiert

Abwasserentsorgung Frist zur Umstellung für Mittelsachsen lief Ende 2016 aus

kleinklaeranlagen-noch-nicht-modernisiert
Bei der Umrüstung auf moderne vollbiologische Klärung können vorhandene intakte Kleinkläranlagen auch weiterhin genutzt werden. Sie werden mit entsprechender Technik ausgestattet. Das spart Kosten gegenüber einem Neubau. Foto: Andrea Funke

Mittelsachsen. Bis zum 31. Dezember 2015 sollten alle Haushalte, die nicht an eine zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen werden, ihr Abwasser mittels vollbiologischer Kleinkläranlage entsorgen oder aber sämtliches häusliches Schmutzwasser in einer abflusslosen Grube sammeln und dann von einer Entsorgungsfirma bedarfsgerecht abfahren lassen.

"Rund 15.000 Kleinkläranlagen im Landkreis entsprechen dem Stand der Technik. Rund 4000 Grundstückseigentümer haben ihre Abwasseranlage nicht innerhalb der gesetzlichen Frist auf den Stand der Technik umgerüstet und betreiben diese insoweit seit dem 1. Januar 2016 rechtswidrig", teilte eine Sprecherin des Landratsamtes mit.

Oft sind es finanzielle Gründe

Die Gründe, dass noch keine Umrüstung erfolgte sind unterschiedlicher Art. Teils werden die Vorgaben und Fristen ignoriert, einige Grundstückseigentümer sehen sich finanziell nicht in der Lage, die Umrüstung zu finanzieren und es kommt zum Verzug weil Baufirmen ausgelastet sind. Von der unteren Wasserbehörde (UWB) wurden bisher insgesamt 3239 Anhörungen an die Haushalte geschickt, die bisher noch nicht umgerüstet haben. Daraufhin sind bislang 510 freiwillige Anträge auf wasserrechtliche Erlaubnis bei der Behörde eingegangen. Seit 2016 wurden insgesamt 262 Sanierungsanordnungen mit Androhung von Zwangsgeld verschickt. In 30 Fällen wurde 2017 ein Zwangsgeld in Höhe von 1.000 oder 1.500 Euro festgesetzt. "Die Möglichkeit, die Umrüstung freiwillig vorzunehmen, besteht weiterhin. Die entsprechenden Anträge stehen auf der Webseite des Landkreises zur Verfügung", teilte die Sprecherin mit.

Insgesamt 64 Prozent Abwasser im ZWA Hainichen werden zentral in Kläranlagen gereinigt. Haushalte und Anlagen, die nicht an die zentrale Abwasserbehandlung angeschlossen sind, reinigen ihre Abwässer über Kleinkläranlagen. Für die Abwasserbehandlung im Gebiet des ZWA Hainichen sind 75 Kläranlagen, davon sechs zentrale Kläranlagen im Einsatz mit mehr als 10.000 Einwohnerwerten. Das Kanalnetz ist zirka 635 Kilometer lang. Es unterteilt sich in 330 Kilometer Mischwasser-, 217 Kilometer Schmutzwasser- und 88 Kilometer Regenwasserkanäle.