Klingende Barock-Geschichte

Akademie Freiberger Verein stellt Kompositionen von Johann Friedrich Doles vor

Auf einzigartige Klänge, herausgezaubert aus Renaissancelaute, Viola da gamba, Flöte traverse oder Violine in alter Mensur, können sich Freunde der Barockmusik freuen. Der Verein "Akademie zur Wahrung musikhistorisch angewandter Kunst" lädt am 19. November, 19.30 Uhr, in die "terra mineralia" im Schloss Freudenstein ein.

"Musik und Justiz in Freiberg um 1744", so der Titel der Veranstaltung. Aufgeführt werden unter anderem Kompositionen aus der Feder von Johann Friedrich Doles (1715 - 1797), erschienen unter "Neue Lieder nebst ihren Melodien" - 1750 - in Leipzig. Doles, der vier Jahre lang von Johann Sebastian Bach Unterricht erhielt, schuf diese Werke in seiner zwölfjährigen Freiberger Zeit. "In Freiberg wurden diese Stücke bisher noch nie aufgeführt. Wir freuen uns, dass wir nach den Petrikirchen-Organisten Andreas Hammerschmidt die Werke eines weiteren Freiberger Musikschaffenden vergangener Zeiten lebendig machen können", berichtete Vereinsmitglied Martina Möwes. Die originalen Noten hat die 57-Jährige im Leipziger Bacharchiv aufgespürt, als Kopie erworben und für eine Erstaufführung - am Ursprung ihrer Entstehung - aufbereitet. Zudem fand Möwes bei ihren Recherchen heraus, dass Doles am 17. August 1744 in Freiberg die Berufung zum Kantor am Dom, der St. Petri, St. Nikolai und der St. Johannis sowie gleichzeitig eine Anstellung am Gymnasium als Quartus erhielt. Dass der Konzertabend auch ein Stück Geschichtsstunde ist, sei eingeplant, verriet Martina Möwes. "Die Besucher erfahren beispielsweise, was Herzogin von Curland - geborene Prinzessin von Sachsen, Superintendent Wilisch und Gymnasial-Rektor Bidermann in punkto Musik und Justiz einst mit Doles zu tun hatten".