Kochen wie im Mittelalter

Essen Gerichte von früher und wie sie zubereitet werden erklärt Köchin Adelheid

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Küchenhilfe Heidrun und Feuerknecht Bernd beim Gemüse Schmoren in der Schwarzküche. Foto: A. Funke

Rochlitz. Das Feuer knistert und im darüber hängenden Topf köchelt leise eine wohlriechende Gemüsesuppe. Magd Agnes eilt in die Schwarzküche und legt ein paar Scheite Holz nach, damit das Feuer nicht ausgeht, denn gleich kommen die Gäste. Köchin Adelheid, die eigentlich Annerose Lein heißt, kocht seit vier Jahren auf Schloss Rochlitz und bietet Kurse fürs mittelalterliche Kochen an. Die "Pfingstausflugsradelvereinigung Stramme Wade" aus Freiberg interessieren sich nun dafür.#

Die Rollen sind klar verteilt

Köchin Adelheid erklärt das Menü und teilt die Arbeitskräfte ein. Denn mitmachen muss Jeder. Am wichtigsten ist der Mundschenk, der alle reichlich mit Getränken versorgt. "Das macht Volker" sind sich alle einig. Ebenso wichtig ist der Feuerknecht, der Holz hacken muss, sich um die Kerzen kümmert und die Feuernester auf dem ebenerdigen Herd ständig am Brennen halten muss. Dafür wird einstimmig Bernd auserkoren und der ist froh, dass er kein Gemüse schnippeln muss. Das bleibt dem Rest der Gesellschaft vorbehalten.

Das gibt es zu essen

Die Vorspeise ist eine Grünkernsuppe, wie sie früher das gewöhnliche Volk aß. Dafür müssen noch Möhren, Pastinaken, Zwiebeln und Lauch geschnitten werden. Den Sud für die Suppe hat die Magd schon vorbereitet. Jetzt wird das klein geschnittene Gemüse im Tiegel angebraten. Die vorgeweichten Grünkerne wandern nun ebenso unter Rühren in den großen Topf.

Sabine sitzt lächelnd an einem anderen Tisch und bereitet rote Johannisbeeren für den Nachtisch vor. Sie hat diesen Kochkurs zu ihrem 60. Geburtstag von ihren Freunden geschenkt bekommen. "Das war eine ganz tolle Überraschung. Ich wusste gar nicht, dass es ein mittelalterliches Kochen gibt", freut sich die Jubilarin über das Geschenk. Seit 1991 unternehmen die Pärchen, die ringsum Freiberg wohnen, zu Pfingsten eine Radtour.

Die Gerichte sind einfach, aber gut

In Rochlitz sind alle zum ersten Mal, zeigen sich begeistert von den historischen Gemäuern. Inzwischen ist die Suppe fertig und Sabine darf abschmecken mit Liebstöckel, Petersilie und einem Schuss Sahne. Alle nehmen Platz und lassen sich die Suppe schmecken.

Danach geht es an die Zubereitung des Hauptganges "Boeuf bourguignon", das ist Französisch und bedeutet Rindfleisch mit Rotwein und der Nachspeise, die aus Nektarinen und Johannisbeeren besteht. "Es hat allen geschmeckt, ein wunderbarer Abend", ist sich die Gesellschaft einig.