Konsolidierung des Haushalts

Interview mit Volker Holuscha, Oberbürgermeister von Flöha

Rund drei Monate nach Amtsantritt steht die Frage: Wie hat sich der neue Oberbürgermeister eingelebt? Mit Volker Holuscha (Linke) sprach Ulli Schubert.

Herr Holuscha, Hand aufs Herz, wie viele Anzüge mussten Sie sich kaufen, nachdem Sie OB geworden waren?

Nur einen, und drei Sakkos.

Aus der Backstube, aus der man Sie ja auch nicht gern ziehen ließ, an den Schreibtisch des OB von Flöha - wie groß war die Umstellung?

Das ist schon ein gravierender Unterschied. Obwohl ich auch als Bäcker nicht nur körperlich flexibel sein musste.

Entscheidend aber ist: Als Stadtrat der Linken war ich quasi Stachel im Fleisch der Verwaltung. Jetzt muss ich eine Verwaltung führen, muss mich an die Regeln und Gesetze halten, mit dem Geld haushalten.

Wie wurden Sie von der Verwaltung aufgenommen?

Offen und freundlich. Damit ist alles gesagt.

Sie sind derzeit der einzige OB in Mittelsachsen, der von der Partei Die Linke gestellt wird. Was kann ein Linker im Flöhaer Rathaus erreichen?

Ich verstehe mich als Bürgermeister aller Bürger. Mein Parteibuch hat damit nichts zu tun. Schon als Stadtrat spielte Parteipolitik auf kommunalpolitischer Ebene für mich keine Rolle. Ich möchte auch künftig Parteiengezänk aus der Kommunalpolitik heraushalten.

Sie haben sich verschiedene Ziele gestellt, welche wurden bereits erreicht beziehungsweise in Angriff genommen?

Viele Dinge brauchen Zeit, Geduld und Überzeugungskraft. Die große Herausforderung für das kommende Jahr ist die Haushaltkonsolidierung. Wir müssen 2016 eine Eröffnungsbilanz im Rahmen des doppischen Haushalts vorlegen. Das wird zu spürbaren Einschnitten im investiven Bereich führen. So ist es in den nächsten zwei Jahren nicht vorstellbar, dass das Rathaus wie angedacht in die Alte Baumwolle umzieht. Dennoch steht auch eine zukunftsfähige Stadtentwicklung, die bis ins Jahr 2030 reicht, auf meiner Agenda. Aber da befinden wir noch ganz am Anfang.

Für den Ortsteil Falkenau ist im nächsten Jahr vor allem wichtig, dass wir in Sachen Hochwasserschutz vorankommen. Auch wenn die Stadt Flöha in diesem Fall nicht Herr des Verfahrens ist, sondern die Landestalsperrenverwaltung.

Das ist richtig. Ich halte einen Bürgermeister, der sich um Soziales und Fragen des Asyl kümmert für unabdingbar. Wir werden die Struktur im Rathaus den aktuellen Erfordernissen anpassen. Die drei Amtsleiter sind jung und taff, ich bin stolz auf sie. Aber die Frage nach dem Stellvertreter ist noch offen und wird im Stadtrat einvernehmlich geklärt. (Anm. d. Red: Zu Thema Asyl wird OB Holuscha gesondert Stellung nehmen.)